Das Tee-Emoji in einem WhatsApp-Verlauf
Das Tee-Emoji in einem WhatsApp-Verlauf
  • Idee aus Ostfriesland: Ein Teetassen-Emoji sollte mühselige Einladungsschreiben ersetzen.
  • Foto: hfr

Kein Witz: Ostfriesen wollen ihr eigenes Emoji

Was dem Hamburger sein Franzbrötchen ist, das ist dem Ostfriesen sein Tee. Dummerweise gibt es bisher keinen Emoji, der diese alte Tradition der Menschen im äußersten Nordwesten Deutschlands, die außerdem für ihre Wortkargheit bekannt sind, kurz auf den Punkt bringt. Ein Versuch, das zu ändern, ging nun leider baden.

„Ostfriesland steht dafür, dass die Ostfriesen auf den Punkt kommen“, meint Imke Wemken, Chefin der Ostfriesland-Tourismus GmbH im NDR.

Um bei Einladungen zum Tee nicht lange schnacken zu müssen, wäre doch ein Emoji hilfreich, der die mühselig eingetippte Aufforderung „Komm man eben röwer!“ ersetzt, dachte sich Wemken im vergangenen Sommer.

Amerikanische Emoji-Foundation lehnt ostfriesische Teetasse ab

Gemeinsam mit Programmierern einer Digitalagentur entwickelte die findige Ostfriesin das Symbol einer hübschen, mit Rosen verzierten Teetasse und schickte es an das US-amerikanische „Unicode Emoji Subcommittee“. Jedes Jahr wird dort darüber entschieden, welche Symbole neu in die Liste aufgenommen werden.

Doch der Emoji-Foundation, in der auch die Chefetagen von Apple, Google und Facebook vertreten sind, schmeckte die Idee aus dem norddeutschen Tiefland nicht wirklich. „Wir haben eine ganz lapidare E-Mail bekommen, dass unser Tee-Emoji es nicht geschafft hat“, erzählt Wiebke Leverenz, Pressesprecherin der Ostfriesland-Tourismus GmbH. Eine Begründung habe es nicht gegeben.

Teetasse verliert gegen Esel, Qualle, Erbse und Ingwerknolle

Die Absage sorgte in Leer nicht nur für Enttäuschung, sondern auch für Empörung. Denn anders als die Teetasse haben es andere Symbole geschafft, die in der Heimat von Otto Waalkes auf Unverständnis stoßen: „Wir haben gegen einen Esel verloren! Und gegen eine Qualle, gegen eine Erbse und eine Ingwerknolle“, sagt Wiebke Leverenz ratlos. „Braucht kein Mensch“, so ihr Urteil.

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Den Kopf in den Sand wollen die gewieften Ostfriesen aber deshalb nicht stecken. Sie planen die Tasse nun als digitalen Sticker zum Download auf den Markt zu bringen. Bis der fertig ist, heißt es aber erstmal: Abwarten und Tee trinken.

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