Die seit 2019 außer Dienst gestellte Umschlagbrücke am Emder Südkai nach der Sprengung.
  • Die seit 2019 außer Dienst gestellte Umschlagbrücke am Emder Südkai nach der Sprengung.
  • Foto: dpa | Sina Schuldt

Ein Stück Geschichte: Letzte Emder Umschlagbrücke gesprengt

Es vergehen nur wenige Sekunden, dann liegt der Stahlkoloss am Boden: Per Sprengung ist die letzte verbliebene Umschlagbrücke im Emder Hafen zu Fall gebracht worden. Bis es soweit war, wurden viele Schaulustige aber auf eine Geduldsprobe gestellt.

Zwei ferngesteuerte Zündungen ließen den mehr als 1000 Tonnen schweren Stahlkoloss am Südkai im Emder Hafen am späten Montagabend einknicken. „Die Sprengung verlief lehrbuchmäßig“, sagte anschließend der zuständige Projektleiter der Hafeninfrastrukturgesellschaft Niedersachsen Ports (NPorts), Christian Best. Die Brücke fiel von der Wasserkante passgenau auf ein zwei Meter hoch aufgetürmtes Sandbett.

Emden: Gesprengte Umschlagbrücke wurde 1976 gebaut

Für die Sprengung hatten die Behörden um die Hafenanlage einen Sicherheitsbereich abgesperrt. Trotz einsetzender Dämmerung verfolgten viele Schaulustige die Aktion von naheliegenden Ufern und Deichen. Ursprünglich war die Sprengung bereits für den frühen Abend geplant. Technische Vorarbeiten, die nötig waren, um die Brücke für die Zündung zu schwächen, verzögerten sich allerdings, sodass die Sprengung erst mit mehreren Stunden Verspätung erfolgte.

Die Umschlagbrücke am Emder Südkai vor der Sprengung.
Die Umschlagbrücke am Emder Südkai vor der Sprengung.

Die jetzt gesprengte Brücke wurde 1976 zum Verladen von Stückgut, vor allem Erz und Kohle, errichtet. Insgesamt waren nach NPorts-Angaben am Emder Nord- und Südkai seit 1926 elf Verladebrücken errichtet worden. Seit den 1990er Jahren wurden diese nach und nach stillgelegt und abgebaut. Die Verladebrücke 11 wurde 2019 außer Dienst gestellt, da ein Weiterbetrieb nicht mehr wirtschaftlich war.

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Der Stahlschrott der Brücke soll nun recycelt werden. Die Abbrucharbeiten des Materials dauern noch bis Anfang September. Die neu gewonnene, rund 1600 Quadratmeter große Hafenfläche soll künftig für den Umschlag und die Lagerung von Stückgut dienen. Um Stückgut zu verladen, gibt es am Südkai seit 2013 einen modernen Hafenmobilkran.

Der Emder Hafen ist gemessen an seiner Fläche der drittgrößte Nordseehafen Deutschlands. Als Basishafen für Volkswagen machen Autos einen großen Teil der Umschlaggüter aus. Daneben werden nach NPorts-Angaben aber auch Forstprodukte wie Holz und Papier, Flüssigkreide und Mineralstoffe umgeschlagen. (dpa/mp)

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