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Die Deutsche Bahn will gezielt Frauen ansprechen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
  • Die Deutsche Bahn will gezielt Frauen ansprechen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
  • Foto: picture alliance / Daniel Reinhardt/dpa | Daniel Reinhardt

Darum wirbt die Deutsche Bahn jetzt gezielt um Frauen

Mehr Züge für die Verkehrswende und das altersbedingte Ausscheiden vieler Angestellter sorgen für Personalnot bei der Bahn. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, will die Deutsche Bahn (DB) auch in Norddeutschland den Anteil von Frauen in ihrer Belegschaft in den kommenden Jahren deutlich erhöhen.

„Wir können es uns schlicht nicht leisten, die Hälfte der Bevölkerung zu ignorieren und Frauen nicht anzusprechen“, sagte der Leiter DB-Personalgewinnung der Region Nord in Hamburg, Fabian Wylenzek. Der Personalbedarf bei der Bahn sei auf absehbare Zeit „extrem hoch“. Zum einen werde rund die Hälfte der Beschäftigten die Bahn altersbedingt in den kommenden Jahren verlassen. Zum anderen werden im Zuge der Verkehrswende mehr Arbeitskräfte benötigt. „Wenn wir mehr Züge auf die Schiene bekommen wollen, brauchen wir mehr Personal“, sagte Wylenzek.

Fachkräftemangel: Deutsche Bahn wirbt gezielt um Frauen

So wendet sich die Bahn mit einer Kampagne bundesweit an Frauen, um die mehr als 500 Berufe des Konzerns bekannter zu machen. Dazu veranstaltet die Bahn Online-Events und wirbt über ihre Social-Media-Kanäle.


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Deutschlandweit arbeiten bei der Bahn derzeit rund 50.000 Frauen, sie machen damit einen Anteil von 23,3 Prozent der insgesamt Beschäftigen aus. In Niedersachsen und Bremen liegt der Frauenanteil bei rund 20 Prozent. In Führungspositionen arbeiten bundesweit aktuell 25 Prozent Frauen, dieser Anteil soll bis 2024 auf 30 Prozent steigen.

Deutsche Bahn will Teams vielfältiger aufstellen

„Wir schaffen das nur, wenn wir uns nicht nur auf Führungskräfte konzentrieren, sondern auf den gesamten Personalstamm“, sagte Wylenzek. Die Mitarbeiterinnen, die nun eingestellt werden, könnten dann die Führungskräfte von morgen sein. Deshalb gehe es zum einen um die Kommunikation, mit der Bahnberufe wie der des Fahrdienstleiters in Stellwerken Frauen vorgestellt werden, zum anderen aber auch darum, Rahmenbedingungen passend zu gestalten. Dazu zählten beispielsweise Job-Sharing-Modelle oder die Vereinbarung von Familie und Beruf, etwa mithilfe betriebsnaher Kitas.

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Mit einem höheren Frauenanteil will die Bahn ihre Teams auch vielfältiger aufstellen. „Wir sehen einen klaren Wettbewerbsvorteil, wenn wir unterschiedliche Sichtweisen und Meinungen in Entscheidungsprozesse einbeziehen und Kreativität und Vielfalt fördern“, sagte Wylenzek. Dazu gehörten unterschiedliche Altersgruppen und Herkünfte, aber auch Geschlechter.

Frauenanteil bei der DB in akademischen Berufen höher

Der Frauenanteil ist laut Wylenzek zurzeit in den akademischen Berufen der Bahn höher als in den Fachkräfteberufen, die vor allem gewerblich-technisch geprägt sind. Gerade in Flächenländern wie Niedersachsen und Schleswig-Holstein sei der Bedarf an Fachkräften groß. „Dort müssen wir uns besonders anstrengen, um den Anteil von Frauen in der Belegschaft nach oben zu treiben“, sagte Wylenzek.

Aktuell sucht die Bahn in Norddeutschland etwa Elektronikerinnen, Mechatronikerinnen, Fahrdienstleiterinnen, Wagenmeisterinnen, Projekt- und Bauingenieurinnen. In der Region Nord, also in Bremen, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein, will die Bahn allein dieses Jahr bei der Schienen- und Schienenfahrzeug-Instandhaltung sowie im Bereich Bauprojekte und Bauüberwachung jeweils 470 Stellen neu besetzen.

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