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Polizisten im Einsatz bei einer Razzia wegen Clan-Kriminalität in Niedersachsen. (Archivbild)
  • Polizisten im Einsatz bei einer Razzia wegen Clan-Kriminalität in Niedersachsen (Archivbild)
  • Foto: dpa | Philipp Schulze

Clan-Kriminalität im Norden: Ministerin kündigt „null Toleranz“ an

Prozentual macht Clan-Kriminalität nur einen geringen Anteil der polizeilich erfassten Kriminalität aus. Die Strafverfolgungsbehörden sind dennoch stark gefordert. Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) sieht ihr Bundesland als Vorzeigeland bei der Bekämpfung.

Man verfolge eine Null-Toleranz-Strategie gegen kriminelle Clanmitglieder, „die unseren Rechtsstaat nicht ernst nehmen“, sagte Behrens in Hannover. Die Innenministerin verwies bei der Bekämpfung unter anderem auf die Schwerpunktstaatsanwaltschaften.

Innenministerin Behrens: Null Toleranz gegen kriminelle Clans

In Deutschland gebe es einige Bundesländer, die bei der Bekämpfung von Clan-Kriminalität Vorreiter seien – etwa Nordrhein-Westfalen, Berlin und Niedersachsen. „Wir orientieren uns an einer ganz klaren Definition von Clan-Kriminalität, nach der wir Straftaten diesem Phänomenbereich zuordnen und strukturiert statistisch erfassen. Das ist mir besonders wichtig, auch um dem Vorwurf zu begegnen, wir würden hier vorurteilsgeprägt auf bestimmte Menschen oder ganze gesellschaftliche Gruppen blicken. Das tun wir nicht.“

Das Justiz- und das Innenministerium legten Ende Juni ein Lagebild zur Clan-Kriminalität vor. In Niedersachsen wurden demnach 2022 erneut mehr Straftaten der Clan-Kriminalität zugeordnet. Im vergangenen Jahr waren es 3986 Straftaten, 2021 waren es noch 2841, 2020 wurden noch rund 2000 Fälle von Clan-Kriminalität registriert.

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Den Ministerien zufolge ist ein Clan eine Gruppe von Personen, die durch eine gemeinsame ethnische Herkunft, überwiegend auch durch verwandtschaftliche Beziehungen, verbunden ist. Kriminelle Clan-Strukturen seien gekennzeichnet durch die Begehung von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten jeglicher Deliktsart und -schwere aus diesem Umfeld, das sich durch ein hohes kriminelles Potenzial und eine rechtsfeindliche Gesinnung auszeichne.

Niedersachsen: Keine Hotspots für Clan-Kriminalität

Hotspots der Clan-Kriminalität gebe es in Niedersachsen nicht, sagte Behrens damals. Diese Kriminalität sei über das gesamte Bundesland festzustellen. Clan-Kriminalität hat laut Innenministerium statistisch einen Anteil von weniger als einem Prozent aller polizeilich erfassten Kriminalität, stellt die Strafverfolgungsbehörden jedoch anhaltend vor große Herausforderungen. (dpa/mp)

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