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Eine Hochspannungsleitung die von Mecklenburg nach Hamburg verläuft ist nach Sonnenuntergang vor dem orangerot gefärbten Himmel zu sehen
  • Der Stomtransport verursacht Kosten – doch werden diese offenbar ungleich verteilt. (Symbolbild)
  • Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Jens Büttner

Ärger um Strom-Netzentgelte: Norddeutsche zahlen doppelt so viel wie Bayern

Stromkunden in Norddeutschland haben offenbar das Nachsehen, wenn es um Netzentgelte geht. Wie eine Studie jüngst feststelle, müssen sie deutlich höhere Gebühren zahlen als im Süden. Ein Verbandsvorsitzender der Energiewirtschaft schlägt deshalb jetzt Alarm – und fordert Konsequenzen.

Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt in Schleswig-Holstein muss laut einer Studie mit seiner Stromrechnung monatlich knapp 27 Euro nur für Netzkosten zahlen. Das seien rund 50 Prozent mehr als für einen vergleichbaren Haushalt in Bayern, wie der Verband der Schleswig-Holsteinischen Energie- und Wasserwirtschaft (VSHEW) am Dienstag unter Berufung auf eine vom Verband in Auftrag gegebene Studie des Berliner Energieberatungsunternehmens Enwima berichtete. Auch gegenüber dem Nachbarland Niedersachsen fielen die Kosten um 33 Prozent höher.

Verbandsvorsitzender: Strafgebühr kann politisch nicht gewollt sein

„Es ist unseren Kunden nicht vermittelbar, dass sie Jahr für Jahr knapp 140 Millionen mehr für die Energiewende zahlen, als wenn die Kosten bundesweit einheitlich und fair verteilt würden“, sagte der VSHEW-Vorstandsvorsitzende Andreas Wulff. Mit zunehmender Verbreitung von mit Ökostrom betriebenen E-Autos und Wärmepumpen würden die Mehrkosten sogar noch weiter. „Diese exorbitante Klimaschutz-Strafgebühr kann doch politisch nicht gewollt sein.“ Das Briefporto sei bundesweit auch überall gleich hoch.

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Netzentgelte sind eine Art Porto für den Stromtransport. Sie setzen sich aus Kosten für die großen Übertragungsleitungen sowie für die örtlichen Verteilnetze zusammen. Der Anteil der Netzentgelte am Strompreis für Haushaltskunden liegt 2022 im Schnitt nach Branchenangaben bei gut 20 Prozent, kann aber regional stark variieren. (mp/dpa)

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