Heringe
  • Frisch gefangene Heringe liegen in einer Fischkiste in einem Fischereihafen.
  • Foto: Jens Büttner/picture alliance / dpa

Verband aufgelöst: Ostsee-Fischer geben auf

Der Kutter- und Küstenfischerverband von Mecklenburg-Vorpommern steht vor dem Aus: Bei einer Versammlung am Freitag in Stralsund wurde beschlossen, dass sich der Verband auflösen wird.

Über diese Entscheidung habe weitgehend Konsens geherrscht, sagte der stellvertretende Vorsitzende Michael Schütt. Da viele Fischer aufgegeben haben, reichten die Beiträge nicht mehr. „Entweder müsste man Beiträge erhöhen, oder er muss eben aufgelöst werden.“ Er bestätigte entsprechende Medienberichte.

Ostsee: EU reduziert erlaubte Mengen für Fischfang

Die außerordentliche Versammlung sei einberufen worden, um die Fischer über die Lage zu informieren. Etwa 25 seien anwesend gewesen. Insgesamt hatte der Verband zu Jahresanfang laut Schütt etwa 100 Mitglieder. Der seit 1990 bestehende Verband habe anfangs schätzungsweise knapp 300 Mitglieder gehabt. Nach der Befragung der Mitglieder werde als nächstes ein Schreiben an die stimmberechtigten Erzeugerorganisationen verschickt, sodass diese sich zur Auflösung äußern könnten.

Gleichbleibenden Kosten für den Verband – etwa Reisekosten – stehen laut Schütt immer weniger Fischer gegenüber. Zugleich verteilten sich auch die Kosten der Erzeugerorganisationen auf immer weniger Schultern. Diese Organisationen müssten erhalten bleiben und etwa die Aufgabe des Landesverbands als politisches Sprachrohr gegenüber der Politik übernehmen.


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Hintergrund sind laut Schütt die erlaubten Fangmengen: Im kommenden Jahr sollen diese in der westlichen Ostsee erheblich reduziert werden. Das hatte die Europäische Union beschlossen. 2007 habe Schütts Erzeugerorganisation noch 3500 Tonnen Hering gefangen. Für kommendes Jahr seien 44 Tonnen erlaubt. Die Menge beim Dorsch reiche nur für den Beifang. „Damit kann ich keine Familie mehr ernähren.“

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Vereinsvorsitzende Ilona Schreiber hatte im September mitgeteilt, dass Fischereigenossenschaften auf den Inseln Rügen und Hiddensee bereits aufgegeben haben. (dpa/mhö)

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