Proteste gegen den Coca-Cola-Brunnen in Lüneburg.
  • Proteste gegen den Coca-Cola-Brunnen in Lüneburg.
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Angst ums Grundwasser: Der Kampf gegen Coca-Cola im Hamburger Umland

Lüneburg –

Per Knopfdruck ist der viel kritisierte Pumpversuch für den dritten Brunnen des Unternehmens Coca-Cola bei Lüneburg gestartet worden. Kritiker befürchten, dass die Wasserentnahme negative Folgen auf Natur und Umwelt haben könnte. Bis März wird geprüft, dann entscheidet der Kreis über eine Genehmigung. 

Das Unternehmen Coca-Cola hat seinen umstrittenen Pumpversuch für einen dritten Brunnen zur Förderung von Grundwasser im Landkreis Lüneburg störungsfrei begonnen.

Die Bürgerinitiative „Unser Wasser“ begleitete am Mittwoch ebenso wie mehrere Kamerateams und die Polizei den Prozess, wie die Pumpe in Reppenstedt in der Samtgemeinde Gellersen gestartet wurde. Kritiker sind angesichts des Klimawandels gegen eine weitere Entnahme von Grundwasser aus tiefen Gesteinsschichten zu kommerziellen Zwecken.

Coca-Cola lässt Gelände von Sicherheitsdienst bewachen

Coca-Cola unterhält mit seinem Tochterunternehmen Apollinaris in der Hansestadt bereits zwei Brunnen für das Abfüllen von Mineralwasser und verkauft das geförderte Wasser unter dem Namen „Vio“.

Unbekannte hatten in der vergangenen Woche sogar versucht, den neuen Brunnenkopf mit Beton und Unrat zu verschließen. Das Unternehmen lässt das Gelände inzwischen von einem Sicherheitsdienst bewachen.

Bis zu 350.000 Kubikmeter Wasser sollen jährlich abgepumpt werden

Der Pumpversuch dient der Vorbereitung für das endgültige Erlaubnisverfahren zur Wasserentnahme. Der Konzern möchte mit dem neuen Brunnen bis zu 350.000 Kubikmeter Wasser jährlich aus einer Tiefe von etwa 195 Metern fördern.

Bei dem Versuch allein könnten laut Erlaubnis bis zu 118.000 Kubikmeter Grundwasser abgepumpt und in einen nahe gelegenen Fluss geleitet werden.

Pumpversuch von Coca-Cola: In Frage stehen die Folgen für Natur und Umwelt

Nach derzeitigem Stand läuft der Pumpversuch bis Ende März, im Anschluss werten Gutachter die Ergebnisse aus. Dabei geht es um die Frage, ob die langfristige Wasserentnahme negative Auswirkungen auf Natur und Umwelt hat.

Auf Grundlage der Expertise kann das Unternehmen seinen endgültigen Antrag zur Wasserentnahme erarbeiten und dem Landkreis Lüneburg vorlegen.

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„Für die Wasserentnahme von Apollinaris Brands ist ein Erlaubnisverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung vorgesehen. In diesem Zusammenhang werden alle Aspekte geprüft und transparent dargelegt“, sagte Landrat Jens Böther.

Erst dann werde entschieden, „ob die Wasserentnahme zugelassen werden kann und wenn ja, unter welchen Auflagen und mit welcher Laufzeit“. (dpa/mp)

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