Lukas Kilian
Lukas Kilian
  • Lukas Kilian im schleswig-holsteinischen Landtag
  • Foto: picture alliance/dpa/Markus Scholz

Nord-CDU will jetzt einen „Klartext-General“

Mit einem Generalsekretär will Schleswig-Holsteins CDU ihre Schlagkraft erhöhen. Der könne unbefangener sprechen, sagt Landeschef und Ministerpräsident Daniel Günther. Er sieht in Lukas Kilian die perfekte Besetzung.

Erstmals seit 23 Jahren will die Nord-CDU wieder einen Generalsekretär wählen. Der CDU-Landesvorsitzende und Ministerpräsident Daniel Günther erhofft sich dadurch mehr Schub für seine Partei. Er hat den Landtagsabgeordneten Lukas Kilian für den Posten vorgeschlagen. „Er ist die absolut perfekte Besetzung, um dieses wichtige Amt auszuüben“, sagte Günther am Donnerstag in Kiel.

Killian: „Ich werde Klartext-General sein“

Kilian solle die Partei inhaltlich moderner aufstellen und dabei für die Union auch etwas unbefangener sprechen als er dies als Ministerpräsident könne, sagte Günther. Er wisse um dessen Fähigkeit, zugespitzt zu formulieren.

Kilian selbst kündigte selbstbewusst an: „Ich werde Klartext-General sein.“ Er wolle die Union noch familienfreundlicher aufstellen. „Es geht nicht darum, ein Hau-Drauf-General zu sein.“ Als Generalsekretär will Kilian für „CDU in Reinform“ stehen und zugespitzt formulieren. „Ich werde meine Denkanstöße und Kritik sachlich und sicher auch pointiert einbringen, aber eben kein Generalsekretär sein, der lediglich rhetorisch auf die politischen Mitbewerber einschlägt.“

Günther „nicht unbedingt als Hau-drauf-Typ“ aufgetreten

Günther betonte, er sei als Landesvorsitzender in den vergangenen fünf Jahren auch „nicht unbedingt als Hau-drauf-Typ“ aufgetreten. Ende Januar will er dem Landesvorstand Kilian zur Wahl vorschlagen, die dann bei einem Parteitag am 5. Oktober erfolgen soll. Für Kilian wird dies eine Nebenbeschäftigung mit dreistelliger Aufwandsentschädigung. Er soll für vier Jahre gewählt werden.

Seit 2000 hat die CDU in Schleswig-Holstein keinen Generalsekretär mehr. Bis dahin übte dieses Amt der spätere Landesvorsitzende und heutige Bundestagsabgeordnete Johann Wadephul aus.

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Günther reagierte auch auf Aussagen des Grünen-Landesvorsitzenden Gazi Freitag, der der Deutschen Presse-Agentur gesagt hatte, dass er sich von der neuen schwarz-grünen Landesregierung mehr Schwung erhofft hätte. „Natürlich gibt es da Schwierigkeiten und ich nehme das auch wahr, dass der Aufbruch nicht so spürbar ist und man vielleicht so ein bisschen dröge daherkommt“, hatte Freitag gesagt und betont, das liege aber vor allem am Krisenmodus bedingt durch den russischen Krieg gegen die Ukraine, die Corona-Pandemie und die Energiepreiskrise.

CDU soll Angebote als Mitmachpartei ausbauen

Der Vergleich mit dem Start der Jamaika-Koalition 2017 hinke, sagte Günther. „Da gab es kein Corona, da gab es keinen Krieg in Europa.“ Nun starte ein Jahr, in dem sich viele Menschen große Sorgen machten. „Der Krieg in Europa wird viele Menschen belasten, die steigende Preise haben.“ Das habe Freitag zum Ausdruck bringen wollen. „Mitnichten, glaube ich, kann man über eine andere Form der Zusammenarbeit reden.“ Die sei zwischen CDU und Grünen hervorragend. „Wir haben wahnsinnig viel auch schon in der ersten Zeit auf den Weg gebracht“.

Anfang März will die CDU bei einem Landesausschuss über die Kommunalwahl am 14. Mai beraten. Nach 43,4 Prozent bei der Landtagswahl 2022 sei das Ziel, klar stärkste Kraft im Land zu werden „und das auch mit deutlichem Abstand“, sagte Günther. 2018 war die Partei auf 35,1 Prozent gekommen. Bereits am 17. Februar will die Union auf einer Klausurtagung über den Mangel an Fachkräften beraten.

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Die CDU-Mitgliederbeauftragte Birte Glißmann will die Partei familienfreundlicher machen. Die CDU müsse ihre Angebote als Mitmachpartei ausbauen und möglichst alle Bevölkerungsgruppen ansprechen. „Die CDU-Mitglieder zeichnen sich dadurch aus, dass sie eben nicht ausschließlich Beitragszahler sind, sondern sich aktiv in die Partei einbringen möchten.“ Aktuell habe die Union 17.500 Mitglieder. (dpa/mp)

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