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Im Norden: Weniger Verbrechen – aber Gewalt gegen Einsatzkräfte steigt

Gute Nachrichten für Lübeck: Nie hat es in diesem Jahrtausend weniger registrierte Straftaten in der Ostseestadt gegeben als im vergangenen Jahr 2019. Das verkündete die Polizei am Montagmorgen. Es gibt aber auch beunruhigende Entwicklungen. Ein Überblick.

21.768 Verbrechen – also fast 1000 weniger als im Vergleich zu 2018. Für die Lübecker Polizei ein großer Erfolg. „Das ist äußerst erfreulich“, teilte ein Sprecher via Pressemitteilung mit. Eine Pressekonferenz war wegen der Corona-Pandemie unmöglich.

Lübeck: So wenig Verbrechen wie nie in diesem Jahrtausend

Die Entwicklung erklären die Beamten mit den Rückgängen in den Bereichen Diebstahl und Einbruch. Bei Ersterem sank die Zahl von 9289 auf 7854 Delikte, bei Letzterem sind es knapp 300 weniger. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote von 56,1 auf fast 60 Prozent.

Doch neben aller Freude hat die Polizei auch Felder, die ihr Sorgen bereitet. Stichwort Betrug und Drogen. Oft geht es dabei auch um in Internet bestellte Fake-Ware, sogenannter Waren- und Kreditbetrug. „Die Zahlen sind weiter gestiegen. Die Entwicklung dürfte dem grundsätzlichen Trend zur Verlagerung von Geschäftstätigkeiten in den virtuellen Raum entsprechen“, so der Polizeisprecher weiter.

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Dass die Taten im Bereich Drogen weiter steigend sind, führt die Polizei allerdings auch auf einen Erfolg zurück. „Es handelt sich hierbei um ein klassisches ‚Kontrolldelikt‘. Je intensiver dieser Maßnahmen sind, desto mehr Straftaten werden auch registriert.“

In Ostholstein, das Gebiet, das sich entlang der Ferienorte rund um die Ostsee zieht, sei das Niveau der Kriminalität in etwa gleich geblieben. Nur einen leichten Anstieg hätten die Beamten hier an Straftaten verzeichnet.

Gewalt gegen Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr steigt

Unangenehmer ist folgende Entwicklung: Gewaltdelikte, die sich gegen Einsatzkräfte richten. „Sie sind erneut auf einem hohen Stand“, sagte der Sprecher. In diesem Bereich habe es eine Steigerung von rund 14 Prozent auf 74 Taten gegeben. In Lübeck ging die Zahl um 9,1 Prozent auf 209 Taten zurück.

„Im Landesvergleich liegt Lübeck damit aber immer noch deutlich über dem Durchschnitt. Hier bedarf es einer gemeinsamen gesellschaftlichen Ächtung dieser Taten und Täter. Nur so kann eine deutliche Trendwende gelingen“, glaubt die Lübecker Polizei. 

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