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Freibier-Party mit 500 Gästen: Polizei schließt Disco – Wirt findet das ungerecht

Hannover –

Der Betreiber der Kneipendisco Dax-Bierbörse in Hannover wollte es in der Halloween-Nacht nochmal „so richtig krachen lassen“. Mit diesen Worten warb er auf Instagram – und Hunderte folgten: Ohne die Einhaltung der Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen feierten bei Eintreffen der Polizei bis zu 500 Gäste.

Als die Beamten nach Mitternacht die Kneipe betraten, seien geltende Regeln nicht mehr eingehalten worden, wie eine Behördensprecherin gegenüber der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ) mitteilte. Demnach sollen sich 400 bis 500 Gäste in der Gaststätte aufgehalten haben – und das, ohne abseits ihrer Sitzplätze eine Maske zu tragen und den nötigen Abstand zu halten. Zum Teil sei sogar auf den Tischen getanzt worden.

Hannover: Polizei beendet Freibier-Party mit 500 Gästen 

Die Polizisten hatten daraufhin eine sofortige Schließung der Kneipendisco angeordnet. Dem Betreiber Theo Vagt hat das offenbar nicht gepasst: Zwar habe er eingesehen, dass der Aufruf bei Instagram „nicht das richtige Signal“ gesendet habe, die Darstellungen der Beamten von Samstagnacht halte er jedoch für falsch, wie die „HAZ“ weiter berichtet.

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„Ich habe sogar noch vier Sicherheitsleute zusätzlich eingesetzt”, hieß es weiter. Diese sollen für die Einhaltung der Corona-Regeln in seiner Kneipe gesorgt haben. Als es zu Verstößen kam, weil sich über zehn Personen an einem Tisch aufgehalten hätten, hätte der Kneipenwirt selbst eingegriffen: „Ich bin sofort hingegangen. Die haben mir erklärt, es seien nur für eine Begrüßung vier Leute von einem anderen Tisch rübergekommen. Das haben wir dann sofort unterbunden.“

Party trotz Corona: Kneipenwirt aus Hannover nimmt sich Anwalt

Der Betreiber wolle nun sogar gegen die Polizei vorgehen. Er sagt: „Ich habe die Aufnahmen von allen 17 Videokameras gesichert und 480 Zeugen mit Namen, Telefonnummern und Adressen.“ Als Unterstützung wolle er sich einen Rechtsanwalt nehmen. Welche Konsequenzen dem Betreiber drohen, ist bislang unklar. (mhö)

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