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Busverkehr im Norden lahmgelegt: Warnstreiks in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster

Kiel/Flensburg –

Warnstreiks sollen drei Tage lang den Busverkehr in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster lahm legen. Grund sind die stockenden Tarifverhandlungen im Busgewerbe. Die Gewerkschaft will vor und parallel zu den Verhandlungen am Donnerstag den Druck weiter erhöhen.

Pendler in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster müssen sich für ihren Weg zur Arbeit oder zur Schule ab Dienstag eine Alternative zum Stadtbus suchen. Grund ist ein dreitägiger Warnstreik ab Betriebsbeginn. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi sollen die Proteste bis zum Betriebsschluss am Donnerstag dauern. Aufgerufen seien rund 1500 Beschäftigte in den vier Städten.

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Die Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) geht davon aus, dass in den kommenden Tagen alle Busse – einschließlich der Nachtbuslinien – ausfallen werden. Die Fahrten der Verkehrsbetriebe Kreis Plön (VKP) sowie die 500er und 900er Linien, die von der Autokraft geleistet werden, finden aber statt.

Die KVG befördert nach eigenen Angaben normalerweise täglich 120.000 Menschen. Das Unternehmen ist innerhalb weniger Wochen bereits zum dritten Mal von Warnstreiks betroffen. Hintergrund des Warnstreiks sind die Tarifverhandlungen um die Löhne und Gehälter der Beschäftigten. Verdi verlangt eine Erhöhung um 2,06 Euro pro Stunde rückwirkend zum 1. Januar. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben.

Warnstreik: Arbeitgeber finden Forderungen überzogen

Die Arbeitgeber lehnen die Forderung ab, bezeichnen sie als überzogen. Sie haben eine dreijährige Laufzeit angeboten mit drei Erhöhungsstufen: 110 Euro für 2020, 2,8 Prozent für 2021 und 2,3 Prozent für 2021. „Damit haben die Arbeitgeber eine Erhöhung der Entgelte um insgesamt 9,10 Prozent angeboten – mehr ist einfach nicht möglich“, sagte der Geschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbands, Wilfried Kley. Die erste Erhöhung für 2020 entspreche vier Prozent und liege deutlich über Erhöhungen in anderen Bereichen.

Verdi über Warnstreiks: Der Druck war nicht hoch genug

Verdi-Verhandlungsführer Karl-Heinz Pliete nannte das Angebot eine „unzureichende Grundlage in Richtung eines Tarifabschlusses“. Der Druck sei bislang offensichtlich nicht hoch genug gewesen. Vor der nächsten Verhandlungsrunde für das private Busgewerbe am Dienstag in Kiel und für den öffentlichen Nahverkehr am Donnerstag in Neumünster will die Gewerkschaft Verdi den Druck auf die Arbeitgeber deshalb ein weiteres Mal erhöhen.

Seit Mitte Januar hatte es Warnstreiks unter anderem in Lübeck, Kiel, Neumünster und Flensburg sowie mehreren Kreisen gegeben. Am Freitag waren die Verhandlungen der Tarifpartner für den öffentlichen Busverkehr erneut ohne Einigung vertagt worden. (dpa)

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