Auch Georg Friedrich Prinz von Preußen (l.), Eiswettpräsident Patrick Wendisch und Schleswig-Holsteins Landesvater Daniel Günther (CDU) feierten in Bremen.
Auch Georg Friedrich Prinz von Preußen (l.), Eiswettpräsident Patrick Wendisch und Schleswig-Holsteins Landesvater Daniel Günther (CDU) feierten in Bremen.
  • Auch Georg Friedrich Prinz von Preußen (l.), Eiswettpräsident Patrick Wendisch und Schleswig-Holsteins Landesvater Daniel Günther (CDU) feierten in Bremen.
  • Foto: dpa | Karsten Klama

Nach 200 Jahren: Revolution bei Traditionsfest im Norden

Die Eiswette gehört in Bremen traditionell zum Start in ein neues Jahr dazu. Jedes Jahr am 6. Januar wird geprüft, ob die Weser zugefroren ist. Am dritten Samstag des Monats folgt dann ein großes Fest. Hunderte Gäste ließen sich in diesem Jahr dort blicken – zum ersten Mal überhaupt auch auf Einladung von Frauen.

Zum Bremer Eiswettfest sind am Samstag rund 750 Gäste im Congress Centrum der Hansestadt zusammengekommen. Das teilte der Bremer Eiswettverein mit. Erstmals wurden Frauen als sogenannte Genossinnen aufgenommen – es gibt drei Novizinnen.

Erstmals Frauen als Genossinnen bei Bremer Eiswettfest aufgenommen

Fast zwei Jahrhunderte lang durften überhaupt nur Männer bei der Veranstaltung dabei sein, vor drei Jahren waren Frauen erstmals als Gäste erlaubt. Eiswettgenossen und -genossinnen dürfen selbst Gäste zu der traditionellen Benefizveranstaltung einladen.

In diesem Jahr seien zehn Prozent der Gäste weiblich, hieß es. Die Öffnung der Eiswettgemeinschaft für Frauen erfolgte nach politischem Druck. Als Bremens damaliger Regierungschef Carsten Sieling seine Teilnahme im Jahr 2019 wegen einer Trauerfeier absagte, bekam seine Vertreterin, die damalige Bürgermeisterin Karoline Linnert, keine Einladung. Sieling forderte daraufhin, die Regularien zu überdenken.

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Das Menü und die Reden seien nach einem strengen Ablaufplan getaktet, sagte der Präsident der Eiswette von 1829, Patrick Wendisch. Die traditionelle Deutschland/Bremen-Rede hielt in diesem Jahr als Ehrengast der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther (CDU).

Beim Eiswettfest treffen sich immer am dritten Samstag im Januar Vertreter aus Wirtschaft und Gesellschaft, um zu essen, zu trinken und Reden zu halten. Zudem werden Spenden für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger gesammelt. Das Geld ist in jedem Jahr die größte Einzelspende für die Seenotretter. Die Veranstaltung folgt auf die Eiswettprobe, bei der jährlich am 6. Januar geprüft wird, ob die Weser zugefroren ist oder nicht. (dpa/mp)

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