Bundesjustizminister Marco Buschmann von der FDP will keinen Deckel für Indexmieten (Archivbild).
Bundesjustizminister Marco Buschmann von der FDP will keinen Deckel für Indexmieten (Archivbild).
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Hamburg will Deckel bei Indexmieten – und kassiert einen Korb

Eine Begrenzung des Anstiegs von Indexmieten – das hat jüngst der rot-grüne Senat gefordert. Auch der Hamburger Mieterverein setzt sich dafür ein. Aus Berlin kommt nun jedoch deutliche Kritik.

Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hat Forderungen aus der SPD nach einer Reform von Indexmieten zurückgewiesen. Bei Indexmietverträgen sind Mietanstiege an die Inflationsrate gekoppelt, weshalb manche Mieter nun kräftige Erhöhungen stemmen müssen.

Buschmann wertet Indexmieten als positiv

„Mieter mit Indexmietverträgen standen in den vergangenen Jahren zumeist besser da als Mieter mit normalen Mietverträgen“, sagte Buschmann der „Rheinischen Post“. „Denn die Lebenshaltungskosten sind viel langsamer gestiegen als die Vergleichsmieten. Und bei Indexmietverträgen ist eine Anpassung der Miete an die ortsübliche Vergleichsmiete ausgeschlossen“, sagte der FDP-Politiker.

„Jetzt haben sich zum ersten Mal seit längerem die Verhältnisse umgedreht. Ich habe Zweifel, ob das eine sofortige gesetzgeberische Intervention rechtfertigt“, sagte Buschmann. „Aber natürlich werden wir die weitere Entwicklung im Blick behalten“, sagte der Minister.

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„Gerade auch Mietervereine haben sich deshalb bis vor kurzem positiv zur Indexmiete geäußert“, so der 45-Jährige FDP-Politiker. Der Hamburger Mieterverein übte jedoch deutliche Kritik an der Maßnahme: „Da die Inflation Fahrt aufgenommen hat, stellen Indexverträge für die betroffenen Mieterinnen und Mieter eine große Belastung dar und wirken sich auch preistreibend auf den Mietenspiegel aus“, so Rolf Bosse, Vorsitzender des Mietervereins zu Hamburg, in einer Mitteilung. Eine Reform der Indexmieten sieht der Verein deshalb als notwendig an.

Vor allem aus der SPD gab es zuletzt Forderungen, Indexmieten zu reformieren, um sprunghafte Mietanstiege wegen der Kopplung an die hohe Inflation zu verhindern. „Indexmieten sollten künftig nicht mehr an die Inflationsrate, sondern an die Entwicklung der Netto-Kaltmieten gekoppelt werden. Wir fordern Bundesjustizminister Marco Buschmann dringend auf, hier tätig zu werden und die hohen Mietanstiege durch eine Gesetzesänderung zu stoppen“, sagte die SPD-Mietrechts-Expertin Zanda Martens der „Rheinischen Post“.

Jüngst hatte der rot-grüne Hamburger Senat eine Bundesratsinitiative zur Begrenzung des Anstiegs von Indexmieten beschlossen. Sie sieht vor, dass Indexmieten auch bei einer stärkeren Verteuerung der Lebenshaltungskosten um maximal 3,5 Prozent pro Jahr angehoben werden können. (dpa/mp)

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