„Die Ware wird knapp“, heißt es im Schaufenster eines Spielwarenladens in Ottensen.
  • „Die Ware wird knapp“, heißt es im Schaufenster eines Spielwarenladens in Ottensen.
  • Foto: Patrick Sun

Lieferprobleme in Hamburg: Wo es noch Geschenke gibt, wo es eng wird

Auch wenn Weihnachten noch ein paar Wochen hin ist, machen sich viele schon Gedanken über die besten Geschenke für die Liebsten. Aber Achtung, in diesem Jahr könnte es etwas übersichtlicher unter dem Weihnachtsbaum aussehen als sonst. Der Grund: Einige Regale in den Läden sind leer. Die MOPO hat nachgehakt.

Wenn die Kleinen aufgeregt unter dem Weihnachtsbaum sitzen und mit strahlenden Kinderaugen das langersehnte Geschenk auspacken, dann macht das auch Erwachsene froh. Bei Händlern sorgt die konsumreiche Zeit ebenfalls für jede Menge Glücksgefühle – normalerweise. In diesem Jahr treiben Lieferengpässe, Rohstoffmangel und Co. den Verkäufern aber ordentlich Schweißperlen auf die Stirn.

Hamburg: Lieferengpässe bei Spielwaren

„70 Prozent unserer Lieferanten können von den gelisteten Artikeln weniger als die Hälfte per sofort liefern oder der Preis ist erheblich gestiegen, sodass diese Artikel die Preis-Schmerzschwelle übersteigen“, klagt Nils Hartfelde, Inhaber des Spielwaren-Ladens „Hartfelder Spielzeug“. Er betreibt in Hamburg mehrere Filialen, unter anderem im Mercado (Ottensen). „Besonders betroffen sind Elektronik-Artikel für Babys, vor allem auch Kleinpreisartikel unter fünf Euro oder große Artikel, bei denen sich die so enorm gesteigerten Containerpreise nicht rechnen“, so Hartfelder.

Im Spielwarenladen „Hartfelder“ werden die Produkte knapp.
Im Spielwarenladen „Hartfelder“, hier aufgenommen im Mercado, werden die Produkte knapp.

Die Gründe für die Engpässen sind offenbar weite Lieferwege. „Leider kommen 60 Prozent des Spielwaren-Sortiments direkt aus Asien und ein Großteil der restlichen 40 Prozent sind auf Materialien oder Teile aus Asien angewiesen“, so Hartfelder. Eine Besserung soll erst nach Ostern stattfinden, die Preissteigerung dauere womöglich das ganze Jahr 2022 an.

Hamburg: Buchhändler zeigen sich vorbereitet

Auch Buchhändler bangen vor leeren Regalen. „Viele Verlage verschieben Erscheinungstermine von Büchern“, so Sabine Metzger, Sprecherin inhabergeführten Hamburger Buchhandelskette Heymann. Das liege vor allem an Papierknappheit und fehlender Container für den Transport. „Wir haben jedoch vorgesorgt. Unser Lager ist voll von Bestsellern und Neuerscheinungen. Wir sind ganz gut aufgestellt“, so Metzger.

Dennis Mohr (33), Lagerleiter, zeigt der MOPO das volle Heymann Buchlager.
Lagerleiter Dennis Mohr (33) zeigt der MOPO das volle Heymann-Buchlager in Lokstedt.

Im schlimmsten Fall könne es jedoch vorkommen, dass ein Buch nicht direkt am nächsten Tag in der Filiale ankomme, wenn es bestellt werde. Metzger appelliert an Geschenke-Shopper: „Fangen Sie an, frühzeitig zu kaufen, damit es später keine Enttäuschungen gibt“. Ein Problem lässt sich jedoch offenbar selbst durch gute Vorbereitung nicht vermeiden. „Bücher werden in Zukunft teurer. Das Problem wird uns auch noch nach Weihnachten beschäftigen“, so Metzger.

Hamburg: Papierknappheit lässt Buchhändler bangen

Auch Thalia beklagt sich über Lieferengpässe – nicht nur bei Büchern. „Wir sind in bestimmten Bereichen betroffen. Besonders stark bei Spielwaren und Non Book-Artikel, zum Beispiel Schreibwaren, die auf dem Seeweg geliefert werden“, so Sprecherin Julia Benkel.


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Aber: „Für das Weihnachtsgeschäft sind wir beim Thema Buch grundsätzlich gut aufgestellt. Es ist aber möglich, dass kurz vor Weihnachten bestimmte Titel nicht mehr verfügbar sein werden.“

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Derlei Probleme sieht der Steckbausteine-Gigant Lego nicht. „Derzeit können wir keine nennenswerten Störungen bei der Gesamtversorgung mit unseren Produkten oder bei Rohstoffen verzeichnen und sind in der Lage, die Nachfrage zu decken“, meint Sprecherin Mara Pfaffi. Das Unternehmen sei bestens aufgestellt.

Hamburg: Technikprodukte könnten knapp werden

Wer Technikprodukte verschenken möchte, für den soll es laut Media Markt und Saturn auch keinen Grund zur Sorge geben. „Wir haben sehr frühzeitig Ware bestellt, um auch in diesen Zeiten unseren Kunden die besten Produkte und Services anbieten zu können“, sagt eine Sprecherin von MediaMarktSaturn. Allerdings wird auch dort bei einem Besuch deutlich, dass vor allem im Bereich Zubehör nicht immer alle Regale gefüllt sind.

„Uns haben einige Lieferanten signalisiert, dass es, je nach Nachfrage, in den kommenden Monaten zu Engpässen bei der Verfügbarkeit von einzelnen Produkten in einigen wenigen Produktgruppen kommen könnte. Dazu könnten dann Smartphones, Tablets, Drucker, Geschirrspüler und Kühlgeräte gehören“, heißt es von Seiten MediaMarktSaturn.

Das Geschenke-Shopping kann in diesem Jahr offenbar eine echte Herausforderung werden. Deshalb werden sich die Ersten vermutlich bereits an diesem Sonntag auf Präsent-Suche begeben. Beim verkaufsoffenen Sonntag sind viele Geschäfte in Hamburg von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

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