Dieter Lenzen Uni Hamburg
  • Für Noch-Uni-Präsident Dieter Lenzen ist Anfang 2022 nach zwei Amtszeiten in Hamburg Schluss. (Archivbild)
  • Foto: dpa | Christian Charisius

Wird Berliner Koryphäe Hamburgs neuer Uni-Präsident?

Seit 2010 leitet Dieter Lenzen die Universität Hamburg als Präsident, im kommenden Februar ist allerdings Schluss. Nach zwei Amtszeiten verabschiedet sich der 73-Jährige von der Hochschule, die er sogar bis zum Exzellenzstatus führte. Lenzens Nachfolger könnte aus Berlin kommen – wie der scheidende Uni-Präses einst selbst.

Offenbar besitzt Hauke Heekeren beste Karten, bald Präsident der Universität Hamburg zu werden. Der 50-Jährige ist Professor für Biologische Psychologie und Kognitive Neurowissenschaft an der Freien Universität Berlin. Als Vizepräsident für den Bereich Studium und Lehre kümmert sich Heekeren unter anderem um Lehr- und Lernstrategien, das Qualitätsmanagement und die Lehrkräftebildung. Zuerst hatte das „Abendblatt“ darüber berichtet.

Uni Hamburg: Folgt Hauke Heekeren auf Dieter Lenzen?

Heekeren gilt als „Koryphäe“ in seinem Fachgebiet, in der nationalen wie internationalen Wissenschaft gut vernetzt. 2012 lehnte der gebürtige Herforder einen Ruf an die Mount Sinai School of Medicine in New York ab. Vor der Zeit an der FU forschte Heekeren unter anderem am Max-Planck-Institut und der Berliner Charité.


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Schon in gut einem Monat, am 28. Oktober, könnte Hauke Heekeren als Lenzen-Nachfolger ausgewählt werden. Dann soll der Akademische Senat tagen, das höchste demokratisch gewählte Organ der Uni. Abschließend wäre noch das Ja des Hochschulrats notwendig. Dessen nächstes Treffen ist regulär für den 3. Dezember angesetzt – bei der letzten Sitzung am vergangenen Freitag war die Nachfolge Dieter Lenzens zumindest laut Tagesordnung noch kein Thema.

Die beiden Universitäten und der Kandidat selbst ließen die Spekulationen bisher unbeantwortet. Lenzen gehörte dem Präsidium der Freien Universität selbst von 1999 bis 2010 an, bis 2003 als Vizepräsident. „Die Zeit“ verpasste ihm einst den Titel „Mr. Exzellenz“, nachdem Lenzen es geschafft hatte, sowohl die FU (2007) als auch die Uni Hamburg (2019) zum Exzellenztitel zu führen.

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Neben den Erfolgen sorgte Dieter Lenzen in Hamburg immer wieder für Kontroversen. Zuletzt rechnete der 73-Jährige im Mai in einer Videobotschaft gnadenlos mit der Corona-Politik ab. Zuvor fiel Lenzen auf, als er Roland Wiesendanger öffentlich verteidigte. Der Physiker hatte in einer zweifelhaften Studie behauptet, dass das Coronavirus aus einem Labor in Wuhan stamme.

Schon die Berufung an die Uni Hamburg war einst umstritten. Während seiner Zeit als Präsident der FU Berlin gründete Lenzen den Förderverein der Arbeitgeber-Lobbyorganisation „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ mit, war zudem als Berater des Vereins tätig. Bei der Berliner CDU war Dieter Lenzen einst als möglicher Spitzenkandidat für das Abgeordnetenhaus im Gespräch.

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