Das Hauptgebäude der Hamburger Universität
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Corona ein Laborunfall?: Uni Hamburg: „Müssen uns das anhören“

Vor knapp zwei Wochen löste der Hamburger Physikprofessor Roland Wiesendanger großen Wirbel aus. Seine These: Schwerwiegende Indizien sprächen dafür, dass das Coronavirus aus einem Labor in Wuhan verbreitet wurde. Jetzt äußerte sich erstmals Universitätspräsident Dieter Lenzen – und verteidigt den Professor.

Lenzen sprach der Veröffentlichung, die aufgrund unseriöser Quellen viel Kritik erhielt, zwar den Status einer wissenschaftlichen Studie ab. Stattdessen sprach er in einer Videobotschaft an die Unibeschäftigten von einer „Analyse“. Grundsätzlich seien die Nachforschungen von Wiesendanger jedoch richtig. Es sei „unsere Pflicht, eine solche Hypothese anzuhören, abzuwägen und zu diskutieren“, so der „Spiegel“, dem die Abschrift dieses Videos vorliege.

These zum Ursprung der Corona-Pandemie muss diskutiert werden

Es sei ihre Aufgabe „in kommenden Diskussionen in der Wissenschaft, sicher auch in der Universität, zu erörtern, ob diese Hypothese zutreffen könnte.“ Denn wenn ein Laborunfall denkbar wäre, der Millionen Menschen das Leben gekostet hat, müsse man beunruhigt sein, habe der Präsident gesagt. Es sei „besser eine unsichere Hypothese zur Diskussion zu bringen, als eine am Ende richtige verschwiegen zu haben.“

Wiesendangers Ausarbeitung: Keine Studie, sondern eine Analyse

Wiesendanger hatte mit teils unseriösen Quellen und Informationen aus YouTube-Videos seine „Studie“ zusammengestellt, Präsident Lenzen räumte nun zumindest Fehler ein. Wiesendangers „Thesenpapier“ sei eine Analyse gewesen. Kurz nach der Veröffentlichung hatte sich das Dekanat der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften öffentlich von Wiesendangers Ausarbeitungen distanziert. Es handele sich dabei nicht um eine wissenschaftliche Studie mit qualitätssicheren Inhalten und Standards.

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Um in Zukunft Missverständnisse bei der Veröffentlichung zu vermeiden habe die Universität eine Transferagentur eingerichtet, die zukünftig für eine stärkere Trennung von Forschungsergebnissen und wissenschaftlichen Thesen sorgen soll.

WHO legt weitere Szenarien zum Corona-Ursprung vor

Die Wirtschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) verwies darauf, dass vor kurzem ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation vorgelegt wurde, der zu anderen möglichen Szenarien komme. (sr)

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