• In diesem Haus an der Hartungstraße befindet sich das Start-up von Can Ansay.
  • Foto: Patrick Sun

Wie geht das? Hamburger Firma bietet weiterhin Gratis-Corona-Tests

Seit Montag sind die kostenlosen Corona-Schnelltests in Hamburg Geschichte. Getestete müssen nun selbst in die Tasche greifen. Eigentlich. Denn der Hamburger Unternehmer Can Ansay bietet weiterhin kostenlose Tests an – übers Internet. Wie soll das gehen?

Zwanzig Minuten soll der Prozess dauern und nur drei Schritte benötigen: Selbsttest machen und das Ergebnis fotografieren, online einen Fragebogen beantworten, auf Wunsch mit oder ohne Video-Chat – und schon gibt’s ein Testzertifikat durch einen Arzt oder eine Ärztin.

Hamburger Jurist kämpft für kostenlose Corona-Tests

Hinter der Idee steckt Can Ansay. Der Jurist hatte einst mit digitalen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen für großes Aufsehen gesorgt – jetzt folgen die Online-Corona-Tests als nächster Coup. „Wir haben schon im Februar 2020 die ersten Krankschreibungen bei Corona angeboten“, sagt Ansay im MOPO-Gespräch. Daraus entwickelte sich die Idee, die Online-Schnelltests anzubieten. Er wolle „möglichst effizient und mit wenig Aufwand“ helfen.

Can Ansay Online-Selbsttests Corona
Can Ansay, Jurist und Gründer aus Hamburg, kämpft für kostenlose Corona-Schnelltests per Videochat.


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Er ist davon überzeugt, dass es ohne gesetzliche Impfregelung auch ein kostenloses Testangebot geben müsse. Sein Einsatz in dieser Sache sei einer gegen Diskriminierung und ein „verstaubtes Gesundheitsestablishment“. Das werde vor allem von jungen Menschen geschätzt. Das Geschäftsmodell: Über die Gratis-Tests möchte er Kunden für seine kostenpflichtigen Angebote, etwa Krankschreibungen, gewinnen.

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Allein am Sonntagabend hätten sich rund 500 Menschen für das Angebot seines Unternehmens entschieden, berichtet Ansay. Doch sind Online-Selbsttests erlaubt? „Ein Testbefund muss von einer Arztpraxis, einer Apotheke oder einem Labor ausgestellt sein“, heißt es aus der Sozialbehörde. Ergebnisse kommerzielle Anbieter seien nur eine „Momentaufnahme“. Eine Einschätzung speziell zum Angebot von Dr. Ansay stand am Montag noch aus.

Corona Test kostenpflichtig, apo-rot Apotheke Gasstrasse
Seit Montag sind Corona-Schnelltests in Hamburg generell kostenpflichtig – auch bei Apotheken-Inhaberin Birgit Hank und Mitarbeiterin Katrin Scholtz (li.).

Ansay verwies gegenüber der MOPO darauf, dass es keine Beschränkungen für Telemedizin gebe. Gemäß der Hamburger Corona-Verordnung gelte der Test als Nachweis gültig, wenn ihn eine Arztpraxis überwache. Das sei durch die Online-Ärzte gewährleistet. Selbst für Behörden und die Justiz seien die Regelungen schwer zu durchschauen.

Gelten Online-Selbsttests als negativer Corona-Nachweis?

Mehrere Gutachten hätten bereits bestätigt, dass per Videochat überwachte Corona-Schnelltests „unstreitig zulässig“ seien. Auch, wenn das Bundesgesundheitsministerium das anders sieht: Die gründliche Überwachung des Tests sei per Video nur eingeschränkt möglich.

Can Ansay gibt sich aber optimistisch. Gegen den Ausschluss der Online-Tests aus der Corona-Warn-App legte das Unternehmen Rechtsmittel ein. Ein Mitarbeiter des Ministeriums habe Ansay gegenüber schon zugegeben, dass ihm „eine clevere legale Lösung“ geglückt sei.

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