Jedes Jahr wieder erstrahlt Hamburg zu Weihnachten in einem Lichtermeer. Die Händler sind im Gegensatz dazu nicht erfreut. Die Zukunft ist ungewiss.
Jedes Jahr wieder erstrahlt Hamburg zu Weihnachten in einem Lichtermeer. Die Händler sind im Gegensatz dazu nicht erfreut. Die Zukunft ist ungewiss.
  • Jedes Jahr wieder erstrahlt Hamburg zu Weihnachten in einem Lichtermeer. Die Händler sind im Gegensatz dazu nicht erfreut. Die Zukunft ist ungewiss.
  • Foto: imago images/Westend61

Weihnachtsgeschäft ist gestartet – das erwarten Hamburgs Händler

Schlechte Kauflaune, Energiekosten und Preiserhöhungen. Der Handelsverband Nord geht mit gemischten Gefühlen in die Weihnachtssaison. Für das kommende Jahr fürchtet der Verband den Verlust von etwa 1000 Händlern in Hamburg und Schleswig-Holstein

Verkaufsaktionen wie Black Friday und Cyber Monday hätten sehr verhalten begonnen, sagte Verbandspräsident Andreas Bartmann am Mittwoch. Die schlechte Kauflaune und ungewisse Kosten in der Energiekrise seien ausschlaggebend. Zwar geht der Handel für November und Dezember beim Umsatz von einem Plus von 5,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum aus. Wegen der Inflation entspreche dies jedoch einem realen Rückgang von 4 Prozent. Für Hamburg entspreche dies einem Umsatz von 3,16 Milliarden Euro und für Schleswig-Holstein von 4,58 Milliarden Euro.

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Diese Erwartungen teilen die Händler: Einer Umfrage aus dem Oktober zufolge sind die Betriebe mehrheitlich unzufrieden. Besonders in den Innenstadt-Lagen und Gewerbegebieten liegt deren Anteil bei fast zwei Dritteln. Aufgrund der bisher schwachen Umsätze blicken die Unternehmen pessimistisch auf das Weihnachtsgeschäft: 72 Prozent erwarten eine Verschlechterung gegenüber 2021.

Weitergabe der Inflation an Kunden schwer möglich

Beim Blick auf das kommende Jahr sieht es nicht besser aus: Der Handel fürchtet, dass allein die steigenden Energiekosten den Gewinn auffressen. Hinzu kämen vielerorts an die Inflation gekoppelte Indexmieten. Man sei jenseits von schwarzen Zahlen, sagte Bartmann. Für das kommende Jahr fürchtet der Verband den Verlust von etwa 1000 Händlern in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Was die drohende Schließung von Karstadt-Filialen angeht, sieht der Handelsverband Lübeck als gutes Beispiel: Die Stadt hatte das ehemalige Gebäude der bereits 2020 geschlossenen Filiale der Warenhauskette übernommen und will es weiterentwickeln. Sollten auch Filialen in Hamburg geschlossen werden, könnte ein „gewisses Eingreifen“ der Hansestadt durchaus angebracht sein.

Den Verbrauchern könnten Bartmann zufolge 2023 Preiserhöhungen von bis zu 5 Prozent blühen. Vollständig könne man die Inflation jedoch nicht weitergeben. Stattdessen experimentieren die Unternehmen unter anderem mit verkürzten Öffnungszeiten. (dpa/mp)

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