Durch die Anbindung ans UKE wird die Fahrgastzahl der U5 sich noch einmal deutlich erhöhen.
  • Durch die Anbindung ans UKE wird die Fahrgastzahl der U5 sich noch einmal deutlich erhöhen.
  • Foto: Hochbahn

Streckenänderung: So soll die U5 Autos verbannen

Hochbahn und Politik gehen in die U5-Offensive: Nachdem zuletzt Kritik an der Planung laut wurde, betonten die Verantwortlichen am Donnerstag die Vorzüge der U-Bahn-Pläne. Demnach erreiche man nun sogar 30.000 Anwohner mehr, als vorher angenommen. Zehntausende Autofahrer werden einer Prognose nach auf die Bahn umsteigen.

Sie soll endlich den bislang sträflich vernachlässigten Hamburger Nordosten und seine Stadtteile, wie Steilshoop, ans Nahverkehrsnetz anbinden – die geplante U5 zwischen Bramfeld und Stellingen. Außerdem sieht der endgültige Streckenplan mittlerweile vor, unter anderem das UKE anzusteuern.

Sollte alles funktionieren wie geplant, werden Hunderttausende Menschen die neue Linie nutzen. Das zumindest erhoffen sich Stadt und Hochbahn. 45.000 Autofahrer sollen gar von der Straße verschwinden und künftig in die U5 einsteigen. Täglich werden den Prognosen nach so rund 290.000 Autokilometer eingespart – das entspricht sieben Weltumfahrungen.  

Die geplante U5-Streckenführung.
Die geplante U5-Streckenführung.

Hamburg: Bahnlinie U5 holt Autos von der Straße

Diese Zahlen präsentierten am Donnerstag Hochbahn-Chef Henrik Falk und Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) in Hamburg. Demnach leben 180.000 Menschen direkt im Einzugsbereich der U-Bahn, und ein Modell habe errechnet, dass rund 270.000 Menschen täglich die U5 nutzen werden. Bislang war man lediglich von 200.000 Menschen ausgegangen – dank des neuen Schlenkers zum UKE werden es nun deutlich mehr. „Durch die Verknüpfungen zu bestehenden Linien sorgt die U5 für schnelle und bequeme Umsteigemöglichkeiten, was das gesamte Netz attraktiver und effizienter macht“, sagte Tjarks. 

Neben den steigenden Fahrgastzahlen, die laut Hochbahn-Chef Henrik Falk „phänomenal“ für eine Stadt wie Hamburg sind, werden sich auch die innerstädtischen Wege für viele Hamburger enorm verkürzen – und das zum Teil beachtlich. Wer künftig von Bramfeld zur HafenCity-Universität will, braucht anstatt 53 Minuten nur noch 24 Minuten. Von der Gärtnerstraße zum Hauptbahnhof sind es nur noch zehn Minuten (vorher 21 Minuten) und von Mümmelmannsberg zum UKE braucht es anstatt einer Dreiviertelstunde nur noch eine halbe Stunde. „Das sind Welten“, so Falk. 

U5 könnte alle 90 Sekunden fahren

Die U5, die in Gänze Ende der 2030er Jahren fertig werden soll und zu der derzeit noch ein Planfeststellungsverfahren läuft, wird in der Lage sein, einen 90-Sekunden-Takt zu fahren. Außerdem kommt sie ohne Fahrer aus.

Zuletzt hatte der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisiert, dass die mittlerweile jahrelangen Planungen nicht mehr zeitgemäß seien und zum Bau der neuen Bahnlinie zu viele klimaschädliche Stoffe verbaut werden müssten. Stattdessen wolle man eine Stadtbahn für Hamburg. Angesprochen auf die Kritik sagte Hochbahn-Chef Henrik Falk: „Ich stehe mit meinem Namen dafür, dass wir die nachhaltigste U-Bahn der Welt bauen.“ Es gäbe keine Alternativen zur U-Bahn. Stadtbahnen können deutlich weniger Fahrgäste befördern als U-Bahnen. 

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Die Arbeiten für den ersten, östlichen, Teil der U5 (Bramfeld – City Nord) werden wohl Ende des Jahres oder Anfang kommenden Jahres beginnen. Die rund 25 Kilometer lange Strecke, die Milliarden kosten wird, soll dabei vom Bund gefördert werden. Bis zu 75 Prozent der Kosten könnte Berlin übernehmen. Hamburg wird seinen Förderantrag im Herbst 2022 stellen – man sei guter Dinge, dass es reichlich Unterstützung aus der Hauptstadt gebe, heißt es von den Verantwortlichen. 

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