Äpfel der Sorte Wellant im Geschäft
  • Hamburgs neuer Lieblings-Apfel: der Wellant. Er ist deutlich teurer als Jonagold oder Elstar.
  • Foto: Sandra Schäfer

Warum wollen ihn alle? Hamburgs neuer Lieblingsapfel

Viele neue Apfelsorten sind heute knallrot und sehen aalglatt aus – wie im Schneewittchen-Märchen. Doch Hamburgs neuer Lieblingsapfel kommt ganz anders daher. Er heißt Wellant und erinnert mit seiner dunkleren Farbe und der raueren Oberfläche eher an alte Apfelsorten. Auf den Märkten ist er immer schnell vergriffen. Doch was ist das Geheimnis seiner Beliebtheit?

„Der Wellant legt wirklich gerade eine ganz steile Karriere hin“, bestätigt Matthias Görgens, stellvertretender Leiter vom Esteburg Obstbauzentrum in Jork. Der Apfel ist mittlerweile die größte neue Sorte, die von den Apfelbauern im Alten Land angebaut wird.

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„Vom Aussehen ist er gar nicht so besonders toll“, so Görgens. „Aber wer ihn einmal probiert hat, der kauft ihn erneut. Denn er überzeugt im Geschmack.“ Etwas sauer, etwas süß und ganz ausgewogen. Angebaut wird der neue Apfel, der in den Niederlanden gezüchtet wurde, sowohl von konventionellen Obstbauer als auch von Bio-Bauern. So ist er auch in vielen Bio-Läden zu finden. Eine Verkäuferin zur MOPO: „Der Wellant ist auch gut geeignet für Allergiker, deshalb kaufen ihn viele.“

Wellant-Äpfel an einem Baum.
Wellant-Äpfel an einem Baum in einer Apfelplantage.

Das solle aber jeder Allergiker selbst vorsichtig ausprobieren, rät Görgens. „Es gibt Apfelsorten, die werden von Allergikern besser vertragen. Aber ein Siegel gibt es dafür nicht.“ Neben dem Wellant gelte das auch für den Santana. Im Obstbau wird derzeit geforscht, um eine echte allergiearme Sorte zu entwickeln.

Wellant: Hamburger Apfel aus dem Alten Land

Für die Apfelbauern im Alten Land bedeutet das, sie müssen überlegen, ob sie die neue Sorte anpflanzen. Was natürlich zunächst Investitionen bedeutet. Aber offenbar entscheiden sich viele dafür. Denn der Apfel wird nachgefragt.


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„Für den Apfelbauern ist das Chance und Risiko“, so Görgens. Das Obstbauzentrum testet neue Apfelsorten auf dem Markt und berät die Apfelbauern dann, ob sie sich für den Anbau im Alten Land eignen. Auch Lager- und Geschmacks-Eigenschaften sind bei der Einschätzung wichtig. „Am Ende entscheidet der Bauer. Und niemand kann ihm garantieren, dass der Apfel in zehn Jahren immer noch nachgefragt wird.“

Hamburger Allergiker können Wellant und Santana probieren

Insgesamt sind die Apfelbauern in diesem Jahr zufrieden mit der Apfelernte. Die letzten Sorten sind noch nicht komplett von den Bäumen geholt, aber es zeichnet sich bereits ab, dass die Erntemenge mit 308.000 Tonnen so gut ist, wie in den Jahren zuvor.

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„Die Qualität ist in diesem Jahr hervorragend“, schwärmt Görgens. Von außen sieht das knackige Obst top aus, es blieb vom Hagel verschont. „Ein makelloser Apfel.“ Auch das Zucker-Säure-Verhältnis sei optimal. Die größten Erntemengen bringen Jonagold (110.000 Tonnen) und Elstar (90.000), gefolgt von Braeburn (45.000), Boskop und Holsteiner Cox. Der neue Stern am Firmament hat dabei große Zuwächse, aber insgesamt gibt es erst 10.000 Tonnen Wellant. Görgens: „Doch die Mengen werden deutlich zunehmen.“

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