Weihnachtspäckchen vor einem Weihnachtsbaum dekoriert
  • Heiligabend (Symbolfoto)
  • Foto: dpa

Geburtstag an Heiligabend – warum das anders ist, als viele denken

„Es gibt zwei Tage im Jahr, da will man auf keinen Fall Geburtstag haben“, sagte ein Kollege neulich zu mir. „Das sind der 29. Februar – und der 24. Dezember.“ Ich schaute ihn verdutzt an. Sieht er das echt so? Denn ich wurde am Heiligen Abend geboren. Und ich finde es einfach nur großartig.

Fakt ist: Mit diesem Geburtsdatum fällt man auf. Ob beim Vorzeigen des Ausweises bei der 2G-Kontrolle im Geschäft („Na Sie haben sich aber einen tollen Geburtstag ausgesucht!“) oder beim Blutabnehmen in der Arztpraxis („Oh, ein Christkind!“).

Im Anschluss bekommt man – ob man sie hören will oder nicht – die klassischen Vorurteile präsentiert. Nummer 1: „Du Arme bekommst dann ja weniger Geschenke!“. Nummer 2: „Dann gibt es ja gar keinen Tag, der nur dir gehört!“. Und Nummer 3: „Da hat wohl niemand Lust und Zeit, mit dir zu feiern, was?“

Morgens Geburtstag, abends Weihnachten

Alle drei Punkte waren nie ein Problem für mich. Und das habe ich vor allem meinen lieben Eltern zu verdanken. Sie haben den besonderen Tag nämlich von Anfang an strikt aufgeteilt. Morgens habe ich Geburtstag, am Abend ist Weihnachten. Morgens kommen Freunde zum Brunchen, abends die Großeltern zum Weihnachtsessen. Morgens gibt es Geburtstagsgeschenke auf dem Geburtstagstisch (Oma und Opa geben ihre vorher ab) und abends Weihnachtsgeschenke unter dem Tannenbaum.

Klein Pauline
Schon mit zwei Jahren war ich ein absoluter Weihnachtsfan.

So machen es die meisten „Christkinder“ – und wenn man sich mal so umhört, ist kaum eines besonders unzufrieden mit seinem Geburtsdatum. Denn es gibt ja auch einige Vorteile: Die meisten Freunde haben zwischen den Jahren frei und Zeit für eine Geburtstagsfeier. Wenn man allerdings mal keine Lust hat, eine Party zu veranstalten, liegen gute Ausreden immer bereit: „Ich fahre über Weihnachten zur Familie“ oder sowas.


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Ein weiterer Vorteil: Anders, als manche vermuten, wird man eben gerade NICHT vergessen, wenn man an Weihnachten Geburtstag hat. Ganz im Gegenteil: Weil das Datum so „besonders“ ist, gratulieren dir alle möglichen Leute. Erst im vergangenen Jahr hat mir mein bester Kumpel aus dem Kindergarten (!), mit dem ich seit Jahren keinen Kontakt hatte, zum Geburtstag eine Nachricht geschrieben.

Diese Promis wurden Heiligabend geboren

Ganz nebenbei hat mich mein Geburtsdatum zu einem absoluten Weihnachts-Fanatiker gemacht. Pünktlich ab dem ersten Advent werde ich jedes Jahr zur wandelnden Christbaumkugel. Eine aktuelle Zählung meiner Weihnachtsohrringe führte zu einer ansehnlichen Zahl von 19 Paar. Es ist für mich einfach die absolut beste Zeit im Jahr.

Es gibt auch ein paar Promis, denen dieser besondere Geburtstag zuteil wurde. Dazu gehören Comedian Felix Lobrecht, „Twilight“-Autorin Stephenie Meyer und die Sänger Ricky Martin und Louis Tomlinson (ehemaliges Mitglied der Band „One Direction“).

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Wie viele Menschen in Deutschland insgesamt am Heiligen Abend ihren Ehrentag feiern, hat das Statistische Bundesamt nicht erfasst. Es dürften allerdings nicht überdurchschnittlich viele sein – im Jahr 2020 lag der Dezember auf der Liste der geburtenstärksten Monate auf Platz 10.

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