Die menschenleere Geschäftsstraße und Einkaufsstraße Neuer Wall in der Hamburger Innenstadt.
  • Die menschenleere Geschäftsstraße und Einkaufsstraße Neuer Wall in der Hamburger Innenstadt.
  • Foto: imago images/Hanno Bode

Während Corona-Lockdown: So läuft das Click & Collect in Hamburg

Seit Mittwoch ist der Einzelhandel in Hamburg dicht. Öffnen dürfen nur noch Geschäfte mit Produkten des täglichen Bedarfs, wie Supermärkte oder Drogerien. Allerdings: Mithilfe der kontaktlosen Abholung können Geschenke trotzdem beim Händler gekauft werden. Aber nehmen die Hamburger dieses Angebot überhaupt wahr?

Click & Collect nennt es sich, wenn Kunden online oder per Telefon Dinge vorbestellen und dann abholen. Das wird in der aktuellen Hamburger Eindämmungsverordnung explizit als erlaubt beschrieben: „Zulässig ist es, Kundenwünsche per Telefon entgegenzunehmen und die Ware kontaktlos vor dem Geschäft zu übergeben. Möglich sind Online-Zahlungen oder Zahlungen per Rechnung“, so ein Sprecher der Wirtschaftsbehörde.

Der Handel im Lockdown: So läuft Click & Collect in Hamburg

Claudia-Anna Sourell ist Inhaberin des Zimmerpflanzenservices „Casou Greenery“ in Eppendorf. Sie bietet sowohl Lieferung als auch Abholung bei ihrem Laden an. Bis jetzt bemerkt sie, dass die Kunden das Angebot des Click & Collect leider gar nicht wahrnehmen. „Für einen kleinen Laden wie meinem ist das besonders hart“, erzählt sie der MOPO. „Im ersten Lockdown im April war das ganz anders. Da standen die Kunden wirklich vor dem Laden und haben mir E-Mails oder Whatsapps geschickt, ob sie etwas kaufen können.“ Sie hofft, dass sich das jetzt noch ändern wird.

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Nesrin Kara in ihrem „Kleinen Kaufhaus am Grindel“ beobachtet das Gleiche. Sie hat ein riesiges Plakat an die Fensterscheibe ihres Ladens mit Telefonnummer und E-Mail gehängt – aber die Resonanz sei nicht besonders groß. „Ich bin natürlich auf meiner Weihnachtsware hängen geblieben, deshalb habe ich die Idee gehabt, ich tüte das einfach ein. Aber im Moment kommt da nicht so viel“, fasst sie zusammen. „Beim ersten Lockdown habe ich das Gleiche mit Ostertüten gemacht und das hat damals super funktioniert.“ Über die Gründe dafür kann sie nur spekulieren. „Gerade vor Weihnachten ist auch ein bisschen der Run auf die Lebensmittelgeschäfte“, so Kara. „Und viele scheinen auch schon über Weihnachten weggefahren zu sein.“

Ikea, Saturn und Co: Hier kann man Waren vor Ort abholen

Etwas anderes sieht es bei den größeren Geschäften aus. Ikea bietet in Hamburg Click & Collect an und zieht bisher ein positives Fazit. „Dieses Angebot hat sich auch angesichts der hohen Dynamik in den vergangenen Monaten jederzeit bewährt und wurde von unseren Kunden zahlreich genutzt“, so eine Sprecherin auf MOPO-Nachfrage. „Wir sehen, dass unsere Kunden die aktuelle Zeit dazu nutzen, Einrichtungsprojekte und -vorhaben in ihrem Zuhause umzusetzen.“ Das gelte auch für den Hamburger Markt.

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Und auch Saturn hat in Hamburg Pick-Up-Stationen eingerichtet, an denen Kunden online bestellte Produkte abholen und umtauschen können. „Dort steht die Sicherheit der Kunden und Mitarbeiter an erster Stelle“, sagt eine Sprecherin von Media Markt Saturn Deutschland. Alternativ könnten Kunden sich die Ware an den Abholstationen kontaktlos ans eigene Auto bringen lassen. „Beide Angebote werden von unseren Kunden aktuell gut angenommen.“

Corona und der Einzelhandel: Das sagt der Handelsverband Nord

Brigitte Nolte, Geschäftsführerin vom Handelsverband Nord, bewertet Click & Collect als eine gute Möglichkeit für kleine Fachgeschäfte, weiterhin einige Stammkunden zu bedienen und überhaupt ein paar Umsätze zu generieren. „Es ist aber klar, dass diese Umsätze nicht ausreichen und dass das zur Verfügung gestellte Fernabsatzgeschäft sehr aufwendig ist“, sagt sie der MOPO.

„Man muss die Dinge zusammenpacken und Rechnungen schreiben. Man muss sie verschicken oder die Übergabe und die Bezahlung organisieren.“ Trotzdem freue sie sich, dass das alles überhaupt ermöglicht worden sei.

Eine gute Übersicht, wer in Hamburg was anbietet, bekommt man auf kostenlosen Online-Plattformen, die den lokalen Einzelhandel unterstützen, zum Beispiel wir-liefern.org oder your-local.support/hamburg.

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