Die Kandidaten der „Mogelpackung des Jahres 2021"
  • Diese fünf Kandidaten stehen bei der Abstimmung zur „Mogelpackung des Jahres 2021" zur Auswahl.
  • Foto: Verbraucherzentrale Hamburg

Das sind die Kandidaten für „Mogelpackung des Jahres“

Verbraucherinnen und Verbraucher können wieder über die „Mogelpackung des Jahres“ abstimmen. Die Verbraucherzentrale Hamburg nominierte jetzt fünf Produkte, die durch „besonders raffinierte Füllmengenänderungen“ im vergangenen Jahr deutlich teurer wurden. Die Abstimmung im Netz läuft bis zum 24. Januar. 

Die Verbraucherschützer werfen Nestlé vor, nur noch vier „Kitkat“-Riegel in eine Umverpackung zu packen statt fünf wie bisher. Damit werden die Schokoriegel bei gleichem Preis von 1,99 Euro „klammheimlich“ um 25 Prozent teurer. „Der Konzern weiß, dass dieser Trick gut funktioniert, und er hat diese Masche schon häufiger bei seinen Süßwaren angewendet“, kritisierte die Verbraucherzentrale. 

Kandidat 3 „KitKat" von Nestlé
Ein Kandidat ist „KitKat“ von Nestlé.

Bahlsen und Griesson – de Beukelaer stellen die Verbraucherschützer für sehr luftige Verpackungen von Waffelblättchen an den Pranger. Bei der Sorte „Perpetum“ von Bahlsen habe der Hersteller einen anderen Namen und ein „schickes“ Verpackungsdesign ersonnen, bei gleichem Preis steckten aber nur noch 97 statt 130 Gramm im Karton. Früher hießen die Kekse „Afrika“. Bahlsen erklärte im Juni, die Waffeln ohne Preiserhöhung nicht mehr wirtschaftlich produzieren zu können. 

Kandidat 1 „Perpetum" von Bahlsen
Auch Bahlsen ist in der Abstimmung vertreten.

Griesson – de Beukelaer vergrößerte die Umverpackung für seine „Wurzener Waffelblättchen“ laut Verbraucherschützer um fast das Doppelte – die Menge habe sich jedoch kaum verändert. Statt 100 Gramm für 99 Cent verkaufe das Unternehmen nun 103 Gramm für 1,29 Euro. Das Gebäck sei so um 27 Prozent teurer geworden. Der Hersteller äußerte sich auf Anfrage der Verbraucherzentrale nicht zu den Änderungen. 

Kandidat 5 „Wurzener Waffelblättchen" von Griesson - de Beukelaer
Laut der Verbraucherzentrale kommen die „Wurzener Waffelblättchen“ von Griesson – de Beukelaer in einer Mogelpackung.

Bei der „Paprika Sauce“ von Homann monieren die Verbraucherschützer eine Preiserhöhung um 88 Prozent: Statt 500 Milliliter für 99 Cent kosten nun 400 Milliliter 1,49 Euro. Zudem habe der Hersteller die Rezeptur mit deutlich mehr Zucker „verschlimmbessert“. Homann gehört zur Unternehmensgruppe Theo Müller und verweigerte eine Stellungnahme gegenüber der Verbraucherzentrale. Das Unternehmen beschränke sich bei Produktanfragen auf den „direkten Dialog mit unseren Endverbrauchern“. 

Kandidat 2 „Paprika Sauce" von Homann
Die „Paprika Sauce“ von Homann ist auch in der Abstimmung vertreten.

Bei der „Rahm Soße“ von Knorr gibt es statt drei Packungen Fertigsoße pro Verpackungseinheit nur noch zwei – beim identischen Preis von meist 1,19 Euro im Handel. Der Aufschlag beträgt damit bis zu 50 Prozent. Der Konzern Unilever, zu dem Knorr gehört, nenne die Soße nun „Soßenvariante“, obwohl die Rezeptur identisch sei, erklärte die Verbraucherzentrale Hamburg. Unilever erklärte im November, mit der Umstellung auf „veränderte Konsumentenwünsche“ einzugehen. 

Kandidat 4 „Rahm Soße" von Knorr
Eine weitere Mogelpackung kommt von Knorr.

„Immer wieder sind gut getarnte Füllmengenänderungen das Mittel der Wahl, um teils drastische Preiserhöhungen durchzusetzen“, erklärte Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Das klappt deshalb so gut, weil der Handel, der allein die Verkaufspreise festlegt, mitmacht, und die Politik die Unternehmen gewähren lässt.“ Verbraucherinnen und Verbraucher bemerkten die Tricksereien oft gar nicht und zahlten so deutlich mehr für bestimmte Produkte. 


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Valet ärgert nicht nur die vermeintliche Preisstabilität, sondern auch der teils ohne Not zusätzlich produzierte Verpackungsmüll und die damit einhergehende Verschwendung von Ressourcen. „Hersteller und Handel müssen endlich konsequent umsteuern. Die Verpackungen müssen voll sein und dürfen nicht immer leerer werden.“ 

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Die Verbraucherschützer in der Hansestadt sammeln seit Jahren Beschwerden und Hinweise zu Produkten im Handel und küren bereits zum achten Mal die „Mogelpackung des Jahres“. Die Verbraucherzentrale Hamburg stellte zudem eine Liste mit derzeit rund 1000 Einträgen zu kritisierten Produkten online. Verbraucher können sie auf der Website der Verbraucherzentrale aufrufen. (dpa)

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