Trainer Yuriy Borysov ärgert sich über Vandalismus in Neugraben.
  • Fitnesstrainer Yuriy Borysov regt sich über den Vandalismus am BZG-Gebäude in Neugraben auf.
  • Foto: Patrick Sun

Hamburgs Süden: Zerkratzte Autos, Drogen und ganz viel Ärger

Es ist eigentlich eine recht ruhige Gegend am Fußballplatz des FC Süderelbe in Neugraben-Fischbek. In letzter Zeit sorgt sich der Vereinsvorstand jedoch um Sachbeschädigungen in der Nachbarschaft. Der Verein ist nicht alleine – auch um das Gebäude des Bildungs- und Gemeinschaftszentrum (BGZ) Süderelbe an der S-Bahnhaltestelle Hamburg-Neugraben kommt es dauernd zu Vandalismus. Was ist da los in Hamburgs Süden? 

Sieben bis acht Autos waren nach einem Spiel des Vereins Ende August zerkratzt, erzählt Clemens Müller, erster Vorsitzender des FC Süderelbe, der MOPO. „14 Tage später wieder das gleiche. Am nächsten Tag dann sogar beim Fahrzeug des Schiedsrichters am helllichten Tag.“ Der Vorstand sei besorgt über diese Entwicklung, hieß es schon vergangenen Mittwoch in einer Meldung des FC Süderelbe. 

Vandalismus, Drogen und zerkratzte Autos in Neugraben-Fischbek

Die meisten Vorfälle ereigneten sich laut dem Verein in der Straße Kiesbarg sowie den umliegenden Straßen. Dort fand am Sonntag nach kurzer Suche auch die MOPO zerkratzte Autos, teilweise fast direkt vor der Zufahrt des Vereins. 

Zerkratztes Auto in der Straße Kiesbarg
Beim Gelände des FC Süderelbe wurden immer wieder Autos zerkratzt.

Auf dem Gelände selbst, auf dem auch eine Schule und eine Kita stehen, wurden Mülleimer umgekippt, eine Zeltwand zerschlitzt, Dekorationen umgetreten und ein Briefkasten abgerissen, erzählt Clemens Müller: „Meiner Meinung nach sind das Jugendliche, die Langeweile haben. Die zerkratzten Autos sind aber eine andere Sache.“  

Denn nicht nur Mitglieder und Anwohnende sind betroffen – hier parken auch viele, die die Fischbeker Heide besuchen wollen. Der FC Süderelbe hat sich hilfesuchend an die Polizei gewandt. „Natürlich haben wir Hoffnung. Man kann ja nur hoffen, selbst hat man da keine Chance“, so Clemens Müller.  

Das zuständige Kommissariat weiß laut Angaben der Pressestelle seit dem 18. September von den zerkratzten Autos. Die Ermittlungen laufen noch, zu möglichen Verdächtigen könne man noch nichts sagen. Und wie geht es weiter? „Die Polizei trifft im Rahmen ihrer Zuständigkeit alle straf- und gefahrenabwehrrechtlich erforderlichen Maßnahmen“, heißt es dazu auf Nachfrage der MOPO.  


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Doch nicht nur die Mitglieder des FC Süderelbe leiden unter den Vorfällen. Auch rund um das Gebäude des BGZ etwas weiter nördlich kommt es immer wieder zu Vandalismus, wie Yuriy Borysov berichtet. Der 62-Jährige ist Fitnesstrainer im Studio „Fithus“, das in dem Gebäude untergebracht ist.  

Das Gebäude des BGZ Süderelbe
Rund um das Gebäude des BGZ kommt es zu Vandalismus.

„Nach dem Wochenende passiert das sehr oft, dass alles verschmutzt ist mit zerbrochenen Alkoholflaschen, Essensresten, Graffiti, Urin und Spucke“, erzählt er. „Die Hausmeister müssen montags manchmal anderthalb Stunden lang aufräumen und reparieren.“ Kurz vor dem Besuch der MOPO wurde etwa ein Schild des „CU-Arena“-Schriftzugs abgerissen – zum dritten Mal in diesem Quartal.  

Mehr Beleuchtung und Videoüberwachung scheinen nicht zu reichen

Das Centermanagement, das dem Gebäudemanagement Hamburg (GMH) unterstellt ist, erklärt der MOPO, dass präventiv zusätzliche Beleuchtung im Außenbereich und Videoüberwachung im Foyer angebracht wurden. Ein abschließbares Gitter soll zudem nachts den Aufgang sichern. Laut Centermanagement werden neben dem Schild am häufigsten Türen und Fenster zerstört, außerdem wird das Gebäude regelmäßig beschmiert. Die Schäden werden immer schnellstmöglich beseitigt, „Fälle, die über Schmierereien hinausgehen, bringt der Hausmeister bei der Polizei zur Anzeige“, so die Verwaltung.

Für einen der Mitarbeiter ist das jedoch zu wenig: „Es muss Druck aufgebaut werden, es muss was gemacht werden“, sagt er im Gespräch. Ähnlich wie die Verwaltung, sieht er auch eine Eskalation: „Die Brutalität nimmt immer mehr zu, mit der da zerstört wird.“ Er zählt der MOPO auf, was so alles auf dem Gelände gefunden wird: Patronen von Schreckschusspistolen, Schlagstöcke, aber auch Waagen, Grinder und Drogentütchen. „Es wird aktiv auf dem Gelände gedealt, das bestätigen auch die Anwohnenden.“ 

Die werden nachts auch immer wieder von Böllern geweckt und können Personen auf den Dächern beobachten, mitunter auch auf dem der Schule an der Ecke Torfstecherweg. Der Center-Angestellte sagt: „Es gibt zwar Zäune, die bringen aber nichts. Die Ansage der Polizei war: Wir müssten was machen, damit die Leute nicht mehr aufs Dach kommen. Eine Schlosserei ist schon beauftragt worden.“  

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Fitnesstrainer Yuriy Borysov sieht hingegen die Polizei in der Pflicht: „Die Beamten sollten mehr Streife gehen, auch in Zivil.“ Die Polizei äußert sich auf Nachfrage der MOPO wie im Fall FC Süderelbe: Alle möglichen Maßnahmen seien ergriffen worden, Ermittlungen liefen. Ein Polizeisprecher: „Da bis auf die im Einzelfall bekannt gewordenen Taten keine weiteren Vorfälle angezeigt wurden, ist die Gesamtlage im Stadtteil Neugraben-Fischbek als unauffällig zu bewerten.“ 

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