Die Corona-Krise kann die Psyche belasten. (Symbolbild)
  • Die Corona-Krise kann die Psyche belasten. (Symbolbild)
  • Foto: picture alliance/dpa/Peter Steffen

UKE-Daten zeigen: Wie Kündigung oder Trennung: So vermiest uns der Lockdown die Laune

Wann nimmt die Pandemie endlich ein Ende? Angesichts der schleppenden Impfkampagne und des Dauer-Lockdowns ist die Lebenszufriedenheit der Deutschen gesunken – das zeigen auch aktuelle Daten des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE). Ein Experte vergleicht die Stimmung sogar mit einer ungewollten Kündigung oder Trennung. Aber es gibt auch Hoffnung.

Der Soziologe Martin Schröder von der Universität Marburg warnt, dass die Lebenszufriedenheit in Deutschland derzeit unfassbar niedrig“ sei. Das ist ungefähr mit dem Rückgang an Lebenszufriedenheit vergleichbar, den Menschen durchmachen, wenn Sie ihren Job verlieren oder ihre Partnerschaft ungewollt endet – nur dass der Effekt eben nicht einige Pechvögel betrifft, sondern uns alle.“ 

Experten erwarten mehr psychische Erkrankungen 

Die Folge seien mehr psychische Erkrankungen, so Schröder, der auch ein Buch über Lebenszufriedenheit geschrieben hat. Für seine jüngsten Analysen mit Blick auf die Pandemie wertete er Daten des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf aus. Die sind zwar nicht repräsentativ, aber sie spiegeln die tatsächliche Lage klar wider, ist sich der Forscher sicher. 

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Auch die Psychologin Isabella Heuser-Collier von der Berliner Charité rechnet mit mehr Depressionen und Angststörungen: Wir wappnen uns vor einer Flut solcher Erkrankungen“, sagte die Direktorin der Klinik und Hochschulambulanz für Psychiatrie und Psychotherapie. Und sie sorgt sich um den deutschen Generationenvertrag. Junge Leute sehen ihre Existenz bedroht.“ Vielen Senioren werde vorgeworfen, als erste geimpft worden zu sein, sagte sie.

Könnten die Erfahrungen aus der Pandemie die Gesellschaft auch positiv beeinflussen? Mehr Fürsorge, Achtsamkeit, Empathie? Heuser-Collier hält das für Wunschdenken. Der Mensch vergisst nichts so schnell und gern wie Katastrophen. Denken Sie nur an die Spanische Grippe und den Ersten Weltkrieg.

Soziologe: Nach Pandemie steigt Lebenszufriedenheit wieder

Soziologe Schröder blickt trotz allem zuversichtlich in die Zukunft: Sobald die (Pandemie-)Situation sich normalisiert hat, wird auch die Lebenszufriedenheit wieder auf ihren normalen Wert klettern, so der Soziologe. Vielleicht gibt es sogar einen Overshoot, vielleicht traut man der Sache aber auch erst mal nicht und die Erholung ist zaghaft.“ Für Schröder gibt es an der Erholung der Zufriedenheit irgendwann zwischen Mai und August“ keinen Zweifel: Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn Corona die einzige Ausnahme von allen wäre.

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Dass die Fortschritte in der Pandemie-Bekämpfung Zuversicht und gute Laune fördern, zeigen auch Reaktionen von Prominenten – vor allem bei den Impfungen. Man fühlt sich besonders nach der zweiten Impfung so richtig frei, schwärmte der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen (80), dem in Los Angeles das Vakzin verabreicht wurde.

Euphorisch äußerte sich Arnold Schwarzenegger: „Ich war noch nie so glücklich, in einer Schlange zu warten, schrieb der 73-jährige Hollywood-Star auf Twitter. Und der Berliner Sänger und Entertainer Frank Zander (79) verriet nach seiner Impfung, nach der man laut Experten eigentlich erst mal keinen Alkohol trinken soll, auf Facebook. Bin erleichtert und mir geht’s bestens – jetzt n Bierchen!“ (dpa)

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