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Trecker-Blockaden: Bauer schreibt einen emotionalen Brief an Aldi

Seevetal –

Von Sonntagabend bis Montagfrüh blockierten norddeutsche Bauern mit Hunderten Treckern die Zufahrt zum Aldi-Lager in Seevetal (Landkreis Harburg) – nicht zum ersten Mal. Auch in anderen Niederlassungen des Discounters in Norddeutschland gingen Bauern auf die Barrikaden. In einem anonymen Brief äußern sich die Betroffenen Bauern nun zu den Gründen.

Seit Monaten, wenn nicht Jahren rumort es zwischen Bauern und dem Einzelhandel. Blockaden, Demos in Großstädten und immer wieder Vorwürfe. Aldi setze die Milchbauern unter Druck, ist einer dieser Anschuldigungen. Aber nicht nur Deutschlands bekanntester Discounter ist betroffen, auch gegen andere Einzelhandelsketten fahren die Bauern mit ihren dicken Treckern Sturm.

Bauer schreibt emotionalen Brief an Aldi

Hintergrund des aktuellen Streits: Die Milch-Bauern fühlen sich vom Großkonzern unter Druck gesetzt. In einem Brandbrief, der bei der Blockade des Aldi-Lagers in Seevetal verteilt wurde, erklärt ein Bauer, der anonym bleiben möchte, die Gründe für die Blockaden in Norddeutschland: Es ist „die pure Wut und Verzweiflung, die uns antreibt“.

Der Brief eines Bauerns an Aldi.

Mit diesem emotionalen Brief wendet sich ein anonymer Bauer an den Discounter Aldi.

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Was er genau meint, wird in den folgenden Zeilen klar. „Unsere Standards in Deutschland suchen weltweit ihres gleichen. Das dieses Niveau an Qualität, Sicherheit, Nachhaltigkeit und zugleich Umweltverträglichkeit nicht unter Weltmarktbedingungen zu realisieren ist, sollte jedem klar verständlich sein.“

Wütender Bauer zu Aldi: „Ihr bekommt die weltbeste Ware“

Was er damit meint: In vorherigen Erklärungen hatte Aldi als Grund für den Preiskampf bei der Milch erklärt, dass sich das Unternehmen am Weltmarktpreis orientiere – und genau das ist offenbar für einige Bauern Grund des Übels.

Für den Bauer zu viel: „Ihr bekommt also aktuell die weltweit beste Ware, zu Preisen unter Weltmarktniveau!!! Und dann besitzt ihr allen Ernstes die Frechheit, und versucht in vorgezogenen Kontraktverhandlungen eine weitere Preissenkung zu erreichen? Geht’s noch?“ Am Ende unterzeichnet der anonyme Schreiber mit: „Ein verzweifelter Landwirt mit Existenzsorgen“.

Das sagt Aldi zu den Vorwürfen

Auf Anfrage der MOPO hieß es von einem Unternehmenssprecher von Aldi-Nord, man werde die Presseanfragen gebündelt beantworten. Wann, das ließ er am Montag offen.

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