Demonstrationsteilnehmer laufen mit Transparenten mit den Aufschriften " Wir können uns die Reichen nicht mehr leisten!" und "Wir enteignen Euch alle".
  • Das Umverteilungsbündnis „Wer hat, der gibt“ will am Samstag in Blankenese demonstrieren.
  • Foto: (c) dpa

Hamburg: Demo mit Tausenden im „Reichenviertel“ 

Vielen Blankenesern wird bei dem Gedanken an Samstag mulmig: Dann will das Umverteilungsbündnis „Wer hat, der gibt“ mit einem Demonstrationszug durch das Villenviertel marschieren. Ihr Ziel: Die Reichen sollen mehr zahlen, um soziale Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft zu beseitigen. Hinter „Wer hat, der gibt“ stehen auch als linksextrem eingestufte Gruppierungen.

„Make the rich pay“ – „Lasst die Reichen zahlen“: Unter diesem Motto wollen sie am Samstag durch das wohlhabende Blankenese ziehen. „Es ist eins der bekanntesten Reichenviertel Deutschlands“, erklärt Ansgar Ridder, Pressesprecher bei „Wer hat, der gibt“.

Bundesweite Aktion in zahlreichen deutschen Städten

Die Aktion hatte am Freitagabend um 19.30 Uhr am Schulterblatt mit einer „Überraschung mit hochrangigen Gästen aus der Politik“ beginnen sollen. Letztlich fanden sich laut Polizei etwa 120 Leute vor der Roten Flora zusammen, es wurde getanzt und laute Musik abgespielt. Die Flora wurde durch ein Transparent umbenannt in „Ministerium für Umverteilung“. Die Lage sei laut eines Polizeisprechers ruhig gewesen. Das Schulterblatt war vorsorglich bis zum Ende der Aktion gegen 21 Uhr für den Autoverkehr gesperrt.

Am Samstag um 14 Uhr startet dann die eigentliche Demonstration am S-Bahnhof und zieht unter anderem über die Bahnhofstraße und die Elbchaussee bis nach Nienstedten. Über die Sieberlingstraße und die Elbchaussee geht es zurück bis zur Manteuffelstraße, wo die Veranstaltung gegen 19 Uhr enden soll. Die Veranstalter rechnen mit etwa 3000 Teilnehmern.

Eine Karte zeigt die geplante Route der Demonstranten.
Die Route der linken Demonstranten führt durch Blankenese bis nach Nienstedten und wieder zurück.

Im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages finden am Samstag Demonstrationen in 16 weiteren deutschen Städten statt.

Verfassungsfeindliche Gruppierungen

Hinter „Wer hat, der gibt“ steckt unter anderem die Interventionistische Linke (IL) Hamburg, die vom Verfassungsschutz als verfassungsfeindlich und gewaltorientiert eingestuft wurde. Laut Ansgar Ridder besteht jedoch kein Grund zur Sorge: „Niemand hat etwas zu befürchten – wir werden nur laut“, sagt er. „Auch die reichen Anwohner Blankeneses“ seien herzlich eingeladen, den Demonstrationszug zu begleiten und sich „selbst ein Bild zu machen“, so Ridder.

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Bei einer ähnlichen Veranstaltung im September 2020 in Harvestehude kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Außenstehenden und Teilnehmern. Ridder versucht zu beruhigen: „Dabei wurde niemand verletzt“.

Demo in Blankenese: Polizei rechnet mit friedlichem Verlauf

Die Polizei werde auf den Einsatz vorbereitet sein, sagt Polizeisprecherin Sandra Levgrün der MOPO. „Wir gehen nicht davon aus, dass es zu Problemen mit den Demo-Teilnehmern kommen wird.“

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Man rechne mit einem störungsfreien Verlauf. Auch gehen die Behörden offenbar nicht davon aus, dass die angekündigte Teilnehmerzahl erreicht wird.

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