Partys im Freien, wie hier in Berlin, könnten in Hamburg auch bald wieder möglich sein.
  • Partys im Freien, wie hier in Berlin, könnten in Hamburg auch bald wieder möglich sein.
  • Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Paul Zinken

Tanzen im Freien: Wie geht’s weiter mit Hamburgs Clubs?

Nach den Auseinandersetzungen an den vergangenen Wochenenden zwischen Jugendlichen und der Polizei im Stadtpark will der Senat am Dienstag sehr wahrscheinlich Tanzveranstaltungen im Freien ermöglichen. Was heißt das für die Clubs und wie bereiten sie sich darauf vor? Nur mit Veranstaltungen im Freien wollen sie sich jedenfalls nicht zufrieden geben.

Szenen wie am Freitag- und Samstagabend sollen sich auf keinen Fall wiederholen, da ist man sich in der Hamburger Politik einig. An beiden Abenden räumte die Polizei den Stadtpark großflächig, es kam zu aggressiven Auseinandersetzungen zwischen alkoholisierten Feiernden und den Beamten.

Die Polizei musste sowohl am Freitag als auch am Samstag den Stadtpark räumen, nachdem tausende Jugendliche ohne Abstand feierten und tanzten.
Die Polizei räumte sowohl am Freitag als auch am Samstag den Stadtpark, nachdem tausende Jugendliche ohne Abstand feierten und tanzten.

Um dem entgegenzuwirken, hat Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bereits angekündigt, dass der Senat entscheiden wird, ob Partys im Freien wieder erlaubt werden – unter strengen Voraussetzungen wie einer Testpflicht.

Corona in Hamburg: Clubs wollen wieder öffnen

Danny Hellrung von der bundesweiten Initiative „Alarmstufe Rot“ kann darüber nur den Kopf schütteln. „Viele Clubs haben weder eine große Freifläche noch eine Außengastronomie“, sagt er im Gespräch mit der MOPO. „Die Besitzer brauchen eine Perspektive und mehr Planungssicherheit.“ Er ist davon überzeugt, dass Clubs ihre Besucher auch in Innenräumen sehr gut kontrollieren können.

Dem schließen sich die Clubs an. „Wir beschäftigen uns seit einem Jahr mit Hygienekonzepten und Buchungssystemen, die eine Datenverfolgung garantieren“, sagt Heimo Rademaker von „Marias Ballroom“ in Harburg der MOPO.

Tanzen im Freien: Das sagen Hamburgs Clubs

„Auf Sitzkonzerte und Biergarten zu Clubmusik hat keiner mehr Lust, die Leute haben sich lange zurückgehalten“, ist sich Anna Lafrentz vom „Südpol“ (Hammerbrook) sicher. Man müsse sich auf Regeln einigen, die das Feiern auch für drinnen ermöglichten. „Wir brauchen Rahmenbedingungen und einen Öffnungsplan, um ein attraktives und vielfältiges Clubprogramm anbieten zu können.“

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Diese Rahmenbedingungen hat das Clubkombinat, in dem sich viele Hamburger Clubs und Veranstalter zusammengeschlossen haben, bereits formuliert. Sie sehen unter anderem vor, Lockerungsformen je nach Pandemie-Lage zu ermöglichen: Veranstaltungen könnten mit 75-prozentiger Auslastung und nur für Menschen mit „GGG-Status“ (Geimpfte, Getestete, Genesene) stattfinden. Kontakte sollen nachverfolgbar sein.

Hamburgs Clubs fühlen sich ungerecht behandelt

„Die Aufhebung des Tanzverbotes kann nur der erste Schritt sein“, fordert Clubkombinat-Geschäftsführer Thore Debor. Man verstehe die Bedenken wegen der Delta-Variante, Folgemutanten und der Urlaubsreisen ins Ausland. „Bei den Restriktionen verzeichnen wir aber mehr und mehr ein Ungleichgewicht, das die Kultur- und Veranstaltungsbranche weiterhin in voller Härte trifft“, sagt er der MOPO.

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Die Clubs prognostizieren weitere illegale und unkontrollierbare Partys, sollten sich die Rahmenbedingungen nicht ändern. Im Stadtpark will die Stadt währenddessen nachbessern: „Wie lassen sich Besucherströme besser regeln, damit Anwohnende nicht gestört und die Parkanlagen nicht geschädigt werden? Wie sieht es aus mit entsprechenden Toiletten?“, zählt SPD-Bürgerschaftsfraktionsvorsitzender Dirk Kienscherf auf.

Hamburg: Innenbehörde prüft Alkoholverbot im Stadtpark

Die Innenbehörde sagt auf MOPO-Nachfrage, dass weitere Maßnahmen, wie ein Alkoholverbot, geprüft würden. „Wir beobachten, dass bestimmte Personen mit Einbruch der Dunkelheit und mit zunehmendem Alkoholpegel gezielt die Auseinandersetzung mit der Polizei suchen und Regeln ganz bewusst missachtet werden“, so Sprecher Daniel Schaefer. Unter anderem flogen in den Nächten Glasflaschen und Pyro-Technik wurde gezündet.

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