• Für den Traum vom Eigenheim ziehen viele junge Familien von der Stadt ins Umland.
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Studie belegt: Junge Familien zieht es ins Hamburger Umland

Ein eigener Garten, viel Platz und schnelles Internet fürs Homeoffice: Der Traum vom Eigenheim ist für viele in Hamburg unbezahlbar. Deshalb verschlägt es immer mehr junge Familien ins Umland – doch auch dort steigen die Preise.

Das geht aus einer Studie der Sparda-Bank in Kooperation mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW), seiner Beratungstochter (IW Consult) sowie dem Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) hervor. Demnach führten die gestiegenen Preise und das geringe Platzangebot in Hamburg vor allem zur Abwanderung von Familien ins Umland. Auch die Corona-Pandemie spielte bei der Wohnungsplanung eine wichtige Rolle.

Wegen Corona: Immer mehr Familien ziehen ins Umland

„Die vergangenen anderthalb Jahre haben in Sachen Wohneigentum wie ein Brennglas gewirkt: Wohnqualität und Gestaltungsfreiraum sind in der Pandemie wichtiger geworden als die Nähe zum Arbeitsplatz“, sagt Stephan Liesegang, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Hamburg. Laut der „Wohnen in Deutschland 2021“-Studie, dachte während der Pandemie rund ein Fünftel der Mieter in Deutschland über einen Umzug nach. Fast jeder Zehnte habe sich konkret nach einem neuen Zuhause umgesehen.

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Als wichtigste Gründe werden der Wunsch nach mehr Platz, einer schöneren Wohnumgebung, einem (größeren) Garten oder Balkon oder schnellerem Internet genannt. Besonders Familien entschieden sich laut der Studie wegen der günstigeren Preise für einen Umzug ins Hamburger Umland. Knapp 14 Jahreshaushaltseinkommen schlagen in Hamburg durchschnittlich für den Erwerb von Wohneigentum zu Buche – fast doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt und rund 30 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren.

Über dem Bundesdurchschnitt: Starke Preisanstiege in norddeutschen Städten

Seit 2006 bedeutet das einen Anstieg um 138 Prozent. Auch in den anderen größeren Städten im Norden stiegen die Preise für Eigenheime in den vergangenen 15 Jahren erheblich. In Kiel um 109 Prozent, in Flensburg um 91 Prozent und in Lübeck um 88 Prozent. Einen starken Abwanderungstrend gibt es deshalb auch in diesen norddeutschen Städten. In Hamburg, Kiel, Flensburg und Lübeck finde eine überdurchschnittliche Abwanderung der 30- bis 50-Jährigen statt, wie aus der Studie ersichtlich wird.

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„Mobile Arbeitsplätze und Homeoffice-Lösungen machen die Menschen unabhängiger. Lange Anfahrtswege fallen weniger ins Gewicht, wodurch das Umland der Metropolen zusätzlich an Attraktivität gewinnt“, so Liesegang. Durch die höhere Nachfrage steigen nun allerdings auch die Preise im Umland. In den vergangenen drei Jahren war der Preisanstieg im Umland (+22 Prozent) sogar höher als in Hamburg (+18 Prozent). Spitzenreiter ist das Herzogtum-Lauenburg im Hamburger Osten mit einer Preissteigerung von rund 25 Prozent seit 2017. (hb)

Wenn Sie und ihre Familie Hamburg in den letzten Monaten verlassen haben, ins Umland gezogen sind und bei uns Ihre Geschichte erzählen wollen, dann melden Sie sich gerne bei julian.koenig@mopo.de. Wir sind gespannt auf ihre Berichte.

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