x
x
x
ICE auf freier Strecke
  • Der Zoff geht in eine neue Runde: Wie geht es mit der Zug-Strecke zwischen Hannover und Hamburg weiter? (Symbolbild)
  • Foto: IMAGO / Martin Wagner

Streit um wichtige Bahnstrecke ab Hamburg: Neubau offenbar gestoppt

Nach jahrzehntelangen Diskussionen um die Modernisierung der Bahntrasse zwischen Hamburg und Hannover sollen sich Niedersachsen und der Bund jetzt geeinigt haben. Ein Neubau der Strecke, den vor allem die Bahn und der Bund gefordert hatten, ist wohl vom Tisch. Dafür soll es einen Ausbau geben – das dürfte vor allem das Land, Anwohner und Gewerbetreibende freuen.

Die Einigung soll einen Ausbau der Bestandsstrecke über Lüneburg beinhalten, wie die „FAZ” berichtet. Die sogenannte Variante „Alpha-E“. Hierzu würde die ursprünglich für 2026 geplante Generalsanierung dieser Strecke nach Angaben der „FAZ” erweitert und für eine bessere Planung der umfangreichen Maßnahmen auf das Jahr 2029 verschoben. Zu den geplanten Maßnahmen gehöre auch der streckenweise Bau eines weiteren Gleises.

Neubau oder Ausbau? Streit um Bahnstrecke

Seit Jahren hatten Anwohner und Gewerbetreibende gegen einen Neubau der Strecke protestiert. „Das wäre eine touristische Vollkatastrophe“, sagt Matthias Sorge, Inhaber von „Zweirad Meine“ Anfang August zur MOPO. Die Gleise würden direkt durch die Schumacher-Kartbahn in Bispingen verlaufen, über den Parkplatz der Skihalle Snow Dome und durch zwei Fast-Food-Restaurants. 

Ein Protestplakat gegen den Neubau der Strecke Hamburg-Hannover (Archivbild) dpa
Ein Protestplakat gegen den Neubau der Strecke Hamburg-Hannover, darauf steht unter anderem „Finger weg von unserem Seevetal“.
Ein Protestplakat gegen den Neubau der Strecke Hamburg-Hannover (Archivbild)

Auch das Land Niedersachsen war gegen den Neubau. Zuletzt hatte sich sogar SPD-Chef Lars Klingbeil dagegen ausgesprochen. Sein Wahlkreis befindet sich im Heidekreis und somit entlang der potenziellen Neubautrasse. Ein weiterer Gegner des Neubaus war auch der Naturschutzbund (Nabu).

Bahn wollte Neubau für Deutschlandtakt

Die Aktivisten von Fridays for Future (FFF) setzten sich hingegen für den Neubau ein und waren damit auf einer Linie mit der Bahn und dem Bund. Mit einem Ausbau hielten sie den geplanten Deutschlandtakt der Bahn für unmöglich. Dieser Taktfahrplan soll den Personenverkehr in Deutschland beschleunigen. Die Einigung ist für die Deutsche Bahn also ein herber Rückschlag.

Der Hamburger Senat hielt sich stets bedeckt, was die Pläne angeht. Man bevorzuge keine Variante in der Trassenführung, hieß es aus der Verkehrsbehörde. Gleichzeitig betonte die Behörde jedoch, wie wichtig der Deutschlandtakt für Hamburg sei.

CDU pocht auf Deutschlandtakt

Der Hamburger CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß pocht bei der Entscheidung über den Ausbau der Bahnstrecke auf die Einhaltung des geplanten Deutschlandtakts. „Wenn wir die Klimaziele erreichen und mehr Verkehr auf die Schiene kriegen wollen, muss der Deutschlandtakt unbedingt erreicht werden”, sagte er am Mittwoch.

Das könnte Sie auch interessieren: Endlich grünes Licht: Neuer Fernbahnhof Altona kommt – mit besserem Angebot

„Die Strecke zwischen Hamburg und Hannover ist eine der meistbelasteten Schienenstrecken in Deutschland und von zentraler Bedeutung gerade für den Hamburger Hafen”, so Ploß. „Besonders der SPD scheinen die lokalen Partikularinteressen von Lars Klingbeil bisher wichtiger gewesen zu sein als der Klimaschutz und leistungsfähige Bahnstrecken – so darf es nicht weitergehen.” Die Ampelkoalition müsse jetzt dringend sicherstellen, dass am Deutschlandtakt trotz dieser Entscheidung wie geplant festgehalten werde. Die CDU/CSU werde das im Bund einfordern. (mp)

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp