André Thaller
  • André Thaller ist Vorstandsvorsitzender der PSD Bank Nord.
  • Foto: PSD Bank Nord

Stadtteilpreis: Ein Bank-Chef mit sozialer Ader

10 x 10.000 Euro – so viel Geld vergibt die PSD Bank Nord gemeinsam mit der MOPO seit 2009 jährlich an die Gewinner des Stadtteilpreises. Aktuell hat die neue Bewerbungsphase begonnen. Im Gespräch mit der MOPO erzählt der Vorstandsvorsitzende der Bank, André Thaller, warum soziales Engagement gerade in Zeiten der Pandemie so wichtig ist.

MOPO: Warum ist Ihnen als Bank gesellschaftliches Engagement wichtig?

André Thaller: Wir alle sind Teil der Gesellschaft und profitieren von stabilen und gerechten gesellschaftlichen Strukturen. Ich denke, jeder Einzelne sollte daher unterstützen und seinen Beitrag zur positiven Entwicklung leisten. Als genossenschaftliche Bank sind wir uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und engagieren uns seit 1872 nachhaltig für die Menschen in unserer Region. Dabei berücksichtigen und handeln wir nach dem genossenschaftlichen Auftrag „Hilfe zur Selbsthilfe“ – nicht nur intern und bei unseren Kunden, sondern auch außerhalb unseres Unternehmens.

Warum vergeben Sie einfach mal 100.000 Euro?

Wir wollen einen Beitrag für eine bessere Gesellschaft und ein besseres Miteinander leisten. Da wir unseren Firmensitz in Hamburg haben, möchten wir diese wundervolle Stadt und ihr Umfeld unterstützen und auf diesem Weg allen Engagierten die Bühne geben, die sie verdient haben. Es gibt so viele spannende und wichtige Projekte in der Stadt – die müssen einfach mit einem großen Spendentopf gefördert werden.

Logo Stadtteilpreis

Welche Bedeutung haben ehrenamtliches Engagement und Nachbarschaftshilfe in Zeiten der Pandemie?

Die Arbeit von Ehrenamtlichen war in der Pandemie noch kostbarer als diese Arbeit eh schon ist. Leider gab es aber auch Bereiche – wie etwa die ehrenamtlichen Besuche in Senioren- oder Pflegeheimen – die aufgrund der strengen Regeln gar nicht mehr möglich waren. Bei der Nachbarschaftshilfe habe ich zu Beginn von Corona eine richtige Welle der Solidarität wahrgenommen. Viele junge Menschen haben beispielsweise für ältere Mitbewohner aus dem Haus oder Nachbarhaus eingekauft. Es wäre schön, wenn dieses Miteinander auch nach der Pandemie weiter anhält. 

Was ist Ihr persönlicher Eindruck, sind die Menschen in der Pandemie enger zusammengerückt?

Zu Beginn der Pandemie war ich beeindruckt von dem starken Zusammenhalt, der entstanden war. Je mehr wir zur Normalität zurückkehren, neutralisiert sich das in meine Augen ein wenig. Trotzdem glaube ich, dass durch die Pandemie ein Umdenken in vielen Köpfen stattgefunden hat und viele ihre persönlichen Wertvorstellungen überdacht haben. 

Nach welchen Kriterien werden die Top 20 Projekte für den Stadtteilpreis ausgewählt?

Es gibt eine Jury, die alle eingegangenen Bewerbungen intensiv anschaut und bespricht. Dabei wird besonders Wert darauf gelegt, dass von dem Projekt beziehungsweise dem Angebot möglichst viele Menschen in dem Stadtteil profitieren. Die Jury besteht seit dem ersten Stadtteilpreis im Jahr 2009 aus Vertretern des Hamburger Spendenparlaments, der Hamburger Morgenpost und der PSD Bank Nord.

Den Stadtteilpreis gibt es schon seit mehr als zehn Jahren. Welches Projekt hat Sie in dieser Zeit besonders beeindruckt?

Bisher gab es mehr als 220 Projekte, die im Rahmen des Stadtteilpreises ausgezeichnet und finanziell unterstützt wurden. Bei so einer großen Anzahl kann ich mich nicht für ein einziges Projekt entscheiden. Die Gewinner öffnen mir jedes Mal aufs Neue die Augen, an welchen Stellen es in unserer Gesellschaft mangelt und wie wichtig die Arbeit der einzelnen Vereine und Einrichtungen ist. Da Kinder unsere Zukunft sind, freue ich mich besonders, wenn Projekte aus diesem Bereich unter den Spendenempfängern sind. 

Noch bis zum 19. November können sich gemeinnützige Einrichtungen mit Sitz in Hamburg um den Stadtteilpreis 2022 von MOPO und PSD Bank Nord bewerben. Alle Informationen zur Bewerbung lesen Sie hier.

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