Ein Entwurf für das neue Projekt „Urban Alcove“ vom Architektenteam Heidi Fletcher und Jan Ostermann.
  • Ein Entwurf für das neue Projekt „Urban Alcove“ vom Architektenteam Heidi Fletcher und Jan Ostermann.
  • Foto: FLETCHER OSTERMANN Architekten

„Stadtmöbel“ im Straßenraum: Neues Konzept für Altona

Die kleine Verschnaufpause zwischen Einkauf und Nachhauseweg, der kurzer Plausch mit der Bekannten: Dafür soll es in Altona bald mehr Platz geben. Denn kostenfreie Sitzgelegenheiten sind rar gesät, der öffentliche Raum ist durch und durch kommerzialisiert. Der kurze Gang ins Café, wer soll das ständig bezahlen? Der Bezirk will Abhilfe schaffen – mit einem neuen Pilotprojekt.

Die Corona-Pandemie sorgte allerorten für Veränderung, auch im öffentlichen Raum: Vor Lokalen und Cafés wichen parkende Autos den Tischen und Stühlen der Gastronomen. Als Kompensation für die durch die Schutzmaßnahmen verursachten Umsatzeinbußen sollten sie für ihre Gäste mehr Platz vor der eigenen Tür bekommen.

Bezirk testet neue Sitzgelegenheiten

Die Gastwirte ließen sich nicht zweimal bitten und schufen lauter kleine Inseln der Muße und Vergnüglichkeit auf den Parkstreifen der Straßen. Die Schutzmaßnahmen verschwanden, die Inseln blieben. Und geht es nach dem Bezirksamt Altona, sollen weitere dazu kommen. Mit einem Unterschied: Die neu reklamierten Flächen im Straßenraum sollen nicht kommerziell genutzt und damit für jeden verfügbar sein.

Laut einer Pressemitteilung des Bezirksamts möchte die Stadt ab dem Frühjahr an verschiedenen Orten in Altona neue Sitzgelegenheiten testen. Der Bezirk nennt sie „Grüne Begegnungsorte im urbanen Raum“. Das Architektenteam Heidi Fletcher und Jan Ostermann habe dazu den Entwurf mit dem Titel „Urban Alcove“ (zu deutsch: städtischer Alkoven) vorgelegt. Ein Alkoven ist eine von einem Raum durch einen Vorhang abgegrenzte Nische.

„Begegnungsorte“ sollen den Alltag entschleunigen

Diese urbanen Nischen sollen den Gehweg erweitern, zum Verweilen einladen und damit den Alltag ein wenig entschleunigen. Eine weitere Hoffnung des Bezirks: die Verbesserung des städtischen Mikroklimas. Die sogenannten Stadtmöbel sollen begrünt werden und so mithelfen, die Umgebung im Sommer zu kühlen. Durch ihre Bauweise sollen sie außerdem den Gehweg vom Straßenlärm abschirmen.

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Um dies zu testen, werde dafür laut dem Bezirk ein Prototyp wechselnd an drei bis fünf Standorten aufgestellt. Gefördert werde das Projekt für ein Jahr vom Bund durch das Programm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. (doe)

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