Die Kiez-Legende Heinz-Diego Leers ist am Neujahrsmorgen verstorben. (Archivbild)
Die Kiez-Legende Heinz-Diego Leers ist am Neujahrsmorgen verstorben. (Archivbild)
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  • Foto: Patrick Sun

St. Pauli trauert: „Pulverfass“-König gestorben

Mehr als 47 Jahre lang leitete er das Kult-Travestie-Cabaret „Pulverfass“ an der Reeperbahn – nun ist die Kiez-Legende Heinz-Diego Leers im Alter von 78 Jahren verstorben.

„Ich bin sehr lahm geworden und schaffe die Arbeit nicht mehr“ – das sagte Heinz-Diego Leers 2021 der MOPO. Damals war er schon sehr erschöpft, hat die Leitung des Travestie-Clubs „Pulverfass“ an zwei Stammgäste abgegeben. Eine Lungenembolie im Jahr 2014 hat ihm sehr zugesetzt, davon hat er sich nie mehr richtig erholt.

Ehemaliger „Pulverfass“-Chef Heinz-Diego Leers gestorben

Um 8.45 Uhr am Neujahrsmorgen sei sein Herz stehengeblieben, sagte Leers‘ Tochter Serena Goldenbaum der MOPO gegenüber. Bereits am vergangenen Freitag sei er mit starkem Unwohlsein in ein Krankenhaus gebracht worden.

Knapp ein halbes Jahrhundert lang war er von Sankt Pauli nicht wegzudenken. Er hatte ein bewegtes Leben – prügelnde Schönheiten hinter den Kulissen, Auftritte von New Yorker Travestie-Stars.

Das Travestie-Cabaret „Pulverfass“ an der Reeperbahn. Marius Roeer
Das Travestie-Cabaret Pulverfass an der Reeperbahn.
Das Travestie-Cabaret „Pulverfass“ an der Reeperbahn.

Vor seinem „Pulverfass“-Leben war er Einzelhandelskaufmann und leitete zwei Supermärkte in Bramfeld. Er war Ehemann und hatte eine Tochter. Doch er merkte schnell: Er muss sich ausleben, wollte alleine ausgehen und wurde in einer Gay-Bar erwischt.

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Er krempelte sein Leben um: Die Ehe ging auseinander, er übernahm das „Pulverfass“ am Pulverteich (St. Georg) von seinem Vater. Nach dessen Tod zog er in das alte „Oase“-Kino an der Reeperbahn. Der Beginn einer Kult-Geschichte.

Olivia Jones wurde hier entdeckt, Promis wie Marianne Rosenberg oder Udo Lindenberg waren unter den Gästen. Heinz-Diego Leers stand selber nie auf der Bühne – „zu männlich“ sei er dafür. Für viele ist er wohl trotzdem nicht mehr aus der Szene wegzudenken – auch nicht nach seinem Tod. (elu)

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