Hamburg Speicherstadt Dialoghaus
  • In die Hamburger Speicherstadt soll 2026 das neue Dialoghaus ziehen.
  • Foto: Christian Charisius/dpa

Speicherstadt bekommt neues Haus für besondere Begegnungen

Wie nimmt man die Welt wahr, wenn man blind ist? Und wie kommuniziert man, wenn man nichts hören kann? Seit 20 Jahren versucht das Dialoghaus Hamburg mit „Dialog im Dunkeln“ und „Dialog im Stillen“ , darauf eine Antwort zu geben. Nun bekommt das Dialoghaus 2026 eine neue Heimat in der Speicherstadt.

„Läuft alles nach Plan, können die Dialog-Ausstellungen dann barrierefrei auf sechs Etagen präsentiert werden“, sagte Geschäftsführer Andreas Heinecke am Freitag in Hamburg.

Die Hamburger Lagerhausgesellschaft werde dazu ein Gebäude am Sandtorkai komplett renovieren, in der Nähe von Attraktionen wie Miniatur-Wunderland, Speicherstadt-Museum und Gruselkabinett „Dungeon“. Für die neue Ausstellung werden rund zehn Millionen Euro veranschlagt – jeweils fünf Millionen Euro Spenden und fünf Millionen Euro öffentliche Mittel.

Dialoghaus Hamburg Dialog im Dunkeln
Andreas Heinecke (l.), Gründer und Geschäftsführer des Dialoghaus Hamburg, und Matthias Bartke (SPD), Bundestagsabgeordneter, vor dem Eingangsbereich der Ausstellung Dialog im „Dunkeln“.

Speicherstadt: Dialoghaus Hamburg bekommt neue Heimat

„Wir möchten mit unserem Ausstellungskonzept Empathie fördern und Vorurteile gegenüber behinderten Menschen abbauen“, sagte Heinecke. Seit 2000 gibt es den „Dialog im Dunkeln“. Blinde Menschen begleiten die Besucher dabei in kleinen Gruppen durch einen dunklen Ausstellungsparcours. So können die Besucher erleben, wie es sich anfühlt, nur zu hören und zu fühlen. Beim „Dialog im Stillen“ erleben die Besucher die Welt der Menschen, die nichts oder wenig hören können. Gehörlose Menschen führen die Besucher durch mehrere Erlebnisstationen mit verschiedenen Kommunikationsmitteln.

„Dialog für Kinder“: Dialoghaus bekommt neue Formate

„Die Ausstellungen im Dialoghaus gehen unter die Haut. Wenn man sie einmal besucht hat, bleiben sie in Erinnerung“, sagte Matthias Bartke. Der Hamburger Bundestagsabgeordnete hatte sich für einen Corona-Rettungsschirm bei der KfW-Bank eingesetzt, damit auch gemeinnützige Organisationen Kredite in Anspruch nehmen können. Nur damit habe es das Sozialprojekt durch die Corona-Zeit geschafft, sagte Heinecke. Trotzdem habe nur die Hälfte der 124 Angestellten, zwei Drittel von ihnen blinde und gehörlose Menschen, bleiben können.

In „Dialog der Zeit“ sollte mit Vorurteilen gebrochen werden
Hamburg: Besucher gehen durch einen Themenraum der interaktiven Erlebnisausstellung „Dialog der Zeit“. Das Dialoghaus Hamburg wollte damit 2018 Vorurteile vorm Alter abbauen.

Im November soll das „Dialog-Lab“, eine Förderung der Deutschen Fernsehlotterie, hinzukommen. Hier sollen neue Konzepte entstehen, unter anderem ein „Dialog der Kinder“, eine Ausstellung zum Thema „Digitalisierung und Empathie“ und zum Thema „Inklusion“.

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Das Dialoghaus Hamburg hat seit der Eröffnung im April 2000 mehr als 1,7 Millionen Menschen empfangen. Jährlich besuchen mehr als 100.000 Besucher die Ausstellungen „Dialog im Dunkeln“ oder „Dialog im Stillen“. Mittlerweile gibt es Dialog-Ausstellungen in mehr als 38 Ländern und 170 Städten. Mehr als acht Millionen Menschen haben die Ausstellungen weltweit besucht. (mp/dpa)

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