Bentley, in dem der Rocker-Boss angeschossen wurde
Bentley, in dem der Rocker-Boss angeschossen wurde
  • August 2018: Der Hell-Angels-Boss stand mit seinem Bentley an der Ampel als ihn fünf Schüsse trafen.
  • Foto: dpa

Schüsse auf Hamburger Rocker-Boss: Jetzt droht einer Zeugin Ärger

Wer als Zeuge vor Gericht aussagt, muss die Wahrheit sagen – alles andere ist strafbar. So auch im Prozess um Schüsse auf St. Pauli, durch die ein Hells-Angels-Boss im August 2018 lebensgefährlich verletzt worden war. Die Zeugin im Prozess vor zwei Jahren muss sich am Freitag vor Gericht nun dafür verantworten, Falschaussagen getroffen zu haben.

Das Attentat auf den Hamburger Rocker-Boss liegt nun mehr als vier Jahre zurück, ein rechtskräftiges Urteil wurde vor zwei Jahren gesprochen. Doch nun muss sich eine Frau erneut vor Gericht verantworten. Sie wird angeklagt, als Zeugin falsche uneidliche Aussagen getroffen zu haben, wie die Staatsanwaltschaft Hamburg am Freitag mitteilte.

Bei den Hauptverhandlungen im Jahr 2020 habe die Frau als Zeugin ausgesagt, die Schüsse auf den damals 38 Jahre alten Rockerboss seien ihre Idee gewesen, um Rache für ein vorheriges Attentat auszuüben. Ihr Lebensgefährte, ein Mitglied der Mongols, habe den Angriff abgelehnt und letztendlich nur die Nummer eines Schützen rausgerückt, weil sie ihn dazu drängte. Den Kontakt zu dem Schützen habe sie aufgenommen.

Falschaussage: Damit entlastete sie ihren Lebensgefährten

Am Freitag soll es deswegen einen erneuten Gerichtstermin geben. „Tatsächlich soll ihr Lebensgefährte Drahtzieher der Tat gewesen sein und den Schützen organisiert haben“, hieß es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Der heute 32 Jahre alte Mann wurde bereits 2020 als Hauptangeklagter zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Frau war damals zu zwölf Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Sie hat kurz vor Ende des Prozesses gestanden, den Mercedes gefahren zu haben, aus dem heraus die Schüsse fielen.

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Der Hells-Angels-Boss wurde im August 2018 am Millerntorplatz angeschossen, während er in einem Auto saß. Er wurde mehrmals an Kopf und Oberkörper getroffen und ist seitdem querschnittsgelähmt. Ein heute 30-Jähriger hatte die Schüsse gestanden und erklärt, im Auftrag der Mongols gehandelt zu haben. Er wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt. (mp/dpa)

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