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  • Foto: Thomas Kosikowski

Quittung der Corona-Krise: Hamburger Gastronomen lassen Frust in Berlin ab

Die Corona-Krise hat die Restaurants und Gaststätten in ganz Deutschland schwer getroffen. Wochenlange Schließungen und strenge Hygienevorschriften machen den Regelbetrieb fast unmöglich. Drei Hamburger Gastronomen haben am Montag in einer symbolträchtigen Aktion eine Petition für den Erhalt der Gastronomie-und Hotelbranche an das Wirtschaftsministerium überreicht.

Koral Elci („Kitchen Guerilla“), Johannes Riffelmacher („Salt & Silver“) und Patrick Rüther („ÜberQuell“) brachten die 450 Meter lange, symbolische Rechnung für den Lockdown zum Wirtschaftsministerium nach Berlin.

Symbolische Rechnung: 123.000 Namen auf langer Liste von Petitionsunterstützern

Aufgelistet waren die 123.000 Namen der Petitionsunterstützer, die sich im Laufe der Pandemie der Organisation mit ihrer Unterschrift angeschlossen haben.

Unter dem Motto „Wir sind bereit“ sammeln die Organisatoren Unterstützer zur Rettung der Gastro-Szene. Die drei Hamburger hatten Mitte April die Petition ins Leben gerufen.

Hamburger Gastronomen: Brief an das Ministerium 

Zusätzlich zur Petition übergaben die Gastronomen auch einen vierseitigen Brief an das Ministerium, indem sie die angespannte Situation in ihrer Branche schilderten.

In dem Brief merken sie unter anderem an, dass die bereitgestellten Soforthilfen nicht ausreichen würden. Auch die seit den Lockerungen geltenden Hygieneregelungen werden in dem Schreiben kritisiert.

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„Wie sollen wir mit der Hälfte unserer Kapazitäten die nächsten Monate, vielleicht Jahre auskommen, wenn die Hilfsmaßnahmen die andere Hälfte nicht vollständig abdecken?“, fragt Riffelmacher.

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Durch die Corona-Krise seien vor allem kleinere Gastronomiebetriebe von der Insolvenz bedroht. „Die kleinen, bunten Gastros sind die ersten, die aussterben werden“, mahnt Elci.

Die Gastronomen fordern einen echten Dialog, in der die Sorgen und Wünsche der Branche berücksichtigt werden. In der Online-Petition ist beispielsweise von einer Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent und der Kostenübernahme aller Bruttogehälter die Rede.

Es fehlt die Perspektive

„Die Verantwortung für den Erhalt der Branche wurde an uns abgegeben, ohne eine realistische wirtschaftliche Perspektive im Gegenzug zu bieten“, meint Rüther.  

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Ob und wann die Hamburger Gastronomen mit einer Antwort des Ministeriums rechnen können ist noch unklar. Bis dahin bleibt ihnen nur, wie allen anderen Betroffenen Gastwirten, durchzuhalten. hb

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