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Blick in die neue Airbus-Produktionshalle für das Modell A321XLR in Finkenwerder.
  • Blick in die neue Airbus-Produktionshalle für das Modell A321XLR in Finkenwerder.
  • Foto: dpa / Ulrich Perrey

Produktion in Hamburg ausgeweitet: Jetzt greift Airbus mit seinem neuen Superjet an

Mit seinem neuen Modell A321XLR ist Airbus konkurrenzlos. Der große US-Rivale Boeing hat kein vergleichbares Flugzeug im Angebot. Weil die Nachfrage groß ist, stockt Airbus nun seine Fertigungskapazität für das Modell auf.

Airbus hat am Mittwoch Werk in Finkenwerder eine neue Montagehalle eröffnet. Das Modell A321XLR ist mit derzeit fast 570 Bestellungen eines der wichtigsten Projekte von Airbus.

Der Standort Hamburg im Stadtteil Finkenwerder, nach Toulouse der zweitgrößte bei Airbus, „ist maßgeblich an der Entwicklung und Fertigung der A321XLR beteiligt“, sagte der Chef der zivilen Flugzeugproduktion von Airbus in Deutschland, André Walter.

Hamburg: Airbus baut Superjet A321XLR in Finkenwerder

„Mit unserer neuen hochmodernen Ausrüstungsmontagehalle bauen wir nun die Kapazitäten zur Herstellung von A321-Flugzeugrümpfen aus und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Unterstützung unseres Ratenhochlaufs“, fügte Walter hinzu.

„Zugleich setzen wir ein starkes Zeichen zur Bedeutung von Hamburg im Airbus-Verbund.“ Airbus sitzt auf vollen Auftragsbüchern für seinen Verkaufsschlager, die A320-Familie. Bis spätestens 2026 will Airbus die Produktion auf den Rekordwert von monatlich 75 Maschinen der Reihe hochfahren. Für dieses Jahr sind insgesamt 720 Maschinen geplant. Für Januar bis Juli summieren sich die Auslieferungen bislang auf 381 Flugzeuge.

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Das neue Modell mit einem Mittelgang wird mit einem in die Rumpfstruktur integrierten Zusatztank gefertigt. Der Airbus-Jet soll dank dieses Tanks und eines optionalen weiteren Tanks auf eine Reichweite von bis zu 8700 Kilometern kommen. Damit kann die Maschine etwa Strecken über den Atlantik bewältigen. In einer typischen Zwei-Klassen-Konfiguration soll sie Platz für 180 bis 220 Passagiere bieten.

Auch Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD, l.) und Airbus' Zivilflugzeuge-Chef André Walter wohnten der Eröffnung der neuen Halle in Finkenwerder bei. dpa / Ulrich Perrey
Auch Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD, l.) und Airbus' Zivilflugzeuge-Chef André Walter wohnten der Eröffnung der neuen Halle in Finkenwerder bei.
Auch Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD, l.) und Airbus‘ Zivilflugzeuge-Chef André Walter wohnten der Eröffnung der neuen Halle in Finkenwerder bei.

Mit dem Modell sollen sich auch solche Langstreckenflüge rechnen, auf denen die Ticketnachfrage für die sonst eingesetzten Großraumjets nicht ausreicht. Konkurrent Boeing aus den USA hat kein Modell mit einer ähnlichen Kapazität und Reichweite im Angebot. Ihren Erstflug hatte die A321XLR im Juni des vorigen Jahres absolviert. Die Auslieferung der ersten Maschine ist für das zweite Quartal 2024 vorgesehen.

Tschentscher: „Wichtiges Projekt für Luftfahrtstandort Hamburg“

„Mit dem A321XLR wird im Werk Finkenwerder das neue Flaggschiff der A320-Familie montiert, das in Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Reichweite neue Maßstäbe setzt“, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister, Peter Tschentscher (SPD). „Der Produktionsstart in der neuen Ausrüstungsmontagehalle ist ein wichtiges Projekt für den Luftfahrtstandort Hamburg, dem drittgrößten Zentrum der zivilen Luftfahrtindustrie weltweit.“

Die Koordinatorin der Bundesregierung für die Deutsche Luft- und Raumfahrt, Anna Christmann (Grüne), nannte die Investition in die A321XLR-Ausrüstungsmontage in Hamburg einen „wichtigen Schritt hin zur Transformation der Luftfahrt Richtung Klimaneutralität“.

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Die neue Ausrüstungsmontagehalle H259 mit 9600 Quadratmetern Produktionsfläche dient laut Airbus der Ausrüstung der hinteren, in Hamburg gebauten Flugzeugrümpfe der A321XLR. Die fast 24 Meter langen Rumpf-Bauteile werden auf einer automatisierten Linie mit acht Stationen mit allen elektrischen und mechanischen Systemen sowie weiteren Elementen wie Fenstern, Fußbodenplatten und Außenantennen ausgestattet.

„Jede Rumpfsektion wird direkt im Anschluss an die Installation der Systeme ausgiebig getestet“, heißt es. „Anschließend werden die Rumpfsektionen an die Endmontagelinie in Hamburg übergeben.“ (dpa/mp)

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