Die Turnhallenwand mit Schriftzügen und Symbolen.
Die Turnhallenwand mit Schriftzügen und Symbolen.
  • Die Turnhalle der Irena-Sendler-Schule wurde beschmiert – unter anderem mit Hakenkreuzen.
  • Foto: Florian Quandt

Schon wieder: Hamburger Schule mit Hakenkreuzen beschmiert

In der Nacht zum zweiten Weihnachtsfeiertag wurde die Irena-Sendler-Schule in Wellingsbüttel großflächig beschmiert – unter anderem mit zwei Hakenkreuzen. Es ist bereits der zweite Vorfall dieser Art an einer Hamburger Schule innerhalb weniger Wochen. Der Staatsschutz prüft, ob er die Ermittlungen übernimmt.

Am Montagmorgen meldete eine Lehrerin der Polizei, dass ein Geräteschuppen auf dem Gelände der Ganztagsschule aufgebrochen wurde: Sportgeräte lagen über den gesamten Schulhof verteilt. In roter, pinker und schwarzer Farbe wurde außerdem die Außenwand der Turnhalle besprüht.

Die Motive: Unleserliche Schriftzüge, Phallus-Symbole – und Hakenkreuze. Zweimal prangt das wichtigste Zeichen des Nationalsozialismus an der Wand der Turnhalle, einmal ist es spiegelverkehrt. Ebenso wie die Schriftzüge wurden die Nazi-Symbole mit schwarzer Farbe wieder durchgestrichen.

Neben dem Phallus-Symbol ist das durchgestrichene Hakenkreuz an der Turnhalle der Irena-Sendler-Schule deutlich zu erkennen. Florian Quandt
Ein Penis und ein Nazi-Symbol wurden an die Hauswand gesprüht.
Neben dem Phallus-Symbol ist das durchgestrichene Hakenkreuz an der Turnhalle der Irena-Sendler-Schule deutlich zu erkennen.

Laut Polizei sei bislang unklar, ob es sich um einen dummen Streich oder um eine politisch motivierte Tat handelt. Der Grund: An anderer Stelle wurde ein A in einem Kreis entdeckt, das bekannte Zeichen für Anarchismus aus der linken Szene. Die Einstellung der Täter:innen sei demnach uneindeutig. Der Staatsschutz prüfe nun, ob er die Ermittlungen übernimmt. Anders als die Verwendung des Hakenkreuz-Symbols sind Anarchie-Symbole in Deutschland nicht verboten.

Hamburger Schule mit Hakenkreuzen beschmiert

Besonders makaber: Die Namensgeberin der Irena-Sendler-Schule rettete während der deutschen Besatzung in Polen rund 2.500 Kinder aus dem jüdischen Ghetto in Warschau und bewahrte sie so vor dem Tod. Laut der Hamburger Schulbehörde werden das Leben und Wirken von Irena Sendler an der Ganztagsschule in Wellingsbüttel durch Aufklärung über den Holocaust und die Auseinandersetzung mit Themen wie Rassismus und Toleranz gewürdigt und in den Schulalltag integriert.

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Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art an einer Hamburger Schule: Im vergangenen Oktober wurden eine Grundschule und ein benachbartes Gymnasium in Poppenbüttel mit Nazi-Symbolen beschmiert. Unbekannte sprühten über 100 Hakenkreuze an die Außenwände und Fenster der zwei Schulen am Müssenredder. In diesem Fall ermittelt der Staatsschutz.

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