Beamte der Spurensicherung am Tatort in Harburg.
  • Beamte der Spurensicherung am Tatort in Harburg.
  • Foto: André Lente

Nach Messer-Attacke in Harburg: Droht nun eine blutige Familienfehde?

Ein 15-Jähriger geht in der Elbe am Falkensteiner Ufer unter, mitgerissen von der Strömung. Sein Freund, ein 16-Jähriger, versucht ihm zu helfen, muss dann aber selbst von der Polizei aus dem Wasser gerettet werden – beide sind Nichtschwimmer. Einen Tag später wird der Jugendliche mutmaßlich vom Bruder (19) des Untergegangenen mit einem Messer angegriffen; rücklings, beim Döner-Essen. Droht nun eine brutale Familienfehde?

Beide, Opfer und mutmaßlicher Täter, sind nämlich Angehörige zweier im Phönix-Viertel bekannten Großfamilien. Zu der Messer-Attacke war es offenbar aus Wut und Rache gekommen. Gut möglich, dass Bekannte des Niedergestochenen nun auch zum Vergeltungsschlag ausholen. Ein Bekannter der Familie des Opfers, der anonym bleiben will, zur MOPO: „Das werden die nicht so auf sich sitzenlassen! Blut für Blut, so läuft das hier.“

Nach Messer-Attacke: Hamburger Polizei verstärkt Präsenz

Das befürchtet offenbar auch die Hamburger Polizei: Laut „Abendblatt“ haben die Beamten ihre Präsenz rund um den Kalischer Platz erhöht, fahren vermehrt Streife. Eine Sprecherin: „Zu laufenden Ermittlungen können keine Auskünfte erteilt werden.“

Das Gebiet mit Sportplatz und Kita gilt unter Anwohnern auch als Umschlagplatz für Drogen jeglicher Art. In Bars und Wettläden im Viertel ist die Polizei immer wieder zu Besuch, Kontrollen finden regelmäßig statt. Ein belebter Ort, an dem an Wochenenden Männer mit Bier und Whiskey zu selbst erzeugter Akkordeon-Musik tanzen. Die Politik spricht von einem „sozialen Brennpunkt“.

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Der 19-Jährige wurde vier Stunden nach der Tat in seiner Wohnung an der Geraden Straße, fußläufig vom Tatort entfernt, festgenommen. „Der Haftrichter hat einen Haftbefehl wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung erlassen“, teilte die Polizeisprecherin mit. Der Gesundheitszustand des 16-jährigen Opfers sei weiterhin kritisch, der am Samstag in der Elbe untergegangene 15-Jährige noch immer verschwunden.

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