Alexandra Klein
  • LKA-Führungskraft Alexandra Klein soll an die Polizeiakademie versetzt werden.
  • Foto: Marius Roeer

Aushängeschild der Hamburger Polizei: LKA-Führungsfrau wird versetzt

Die Führung des Hamburger Landeskriminalamtes (LKA) kam in den vergangenen Monaten kaum aus den Schlagzeilen heraus. Mal ging es um unlautere Ermittlungsmethoden, mal um autoritären Führungsstil, mal um Klagen wegen Verfolgung Unschuldiger. Es rollten Köpfe und gab Suspendierungen. Nun soll Alexandra Klein, die lange als das Aushängeschild der Hamburger Polizei galt, versetzt werden. 

Alexandra Klein steht bisher beispielhaft für die Aufstiegschancen von Frauen bei der Polizei. Als erste Frau überhaupt gehörte sie zur Mannschaft des Sondereinsatzkommandos (SEK) – später wurde sie dort sogar Chefin. Und ihr Weg ging weiter steil nach oben: Als Chefin der SOKO Rocker räumte sie bei der Fehde zwischen den Hells Angels und den Mongols auf. Sie landete in der Führungsriege des Landeskriminalamtes und leitete dort die Abteilung organisierte Kriminalität (OK). Aber nun scheint es mit dem Aufstieg erstmal vorbei zu sein, sie soll versetzt werden.

Aushängeschild der Hamburger Polizei: LKA-Führungsfrau wird versetzt

Klein hatte einst ein gutes Verhältnis zum 2019 seines Amtes enthobenen LKA-Chef Frank-Martin Heise. Heise, dem ein sehr autoritärer Führungsstil nachgesagt wurde, geriet wegen der von ihm ins Leben gerufenen Sondereinheit „Cold Cases“ in die Kritik. Dem Chef der Sondereinheit, Steven Baack, wurden unlautere Ermittlungsmethoden vorgeworfen. Er soll einen Mann eigenmächtig wegen eines 38 Jahre zurückliegenden Mordes verhaftet haben. Eine Richterin sprach den Mann frei.

Eine externe Arbeitsgruppe, der auch Alexandra Klein angehörte, sollte den Fall aufarbeiten und aufklären. Zwei Jahre ist es jetzt her, seit Heise von Polizeipräsident Ralf-Martin Meyer persönlich geschasst wurde. Meyer sagte dazu der dpa, er könne einer Verwendung Heises in dieser für die Polizei besonders herausragenden Position nicht länger verantworten. Als sein Nachfolger wurde Mirco Streiber bestellt.

Richterin kritisiert Alexandra Klein

Doch auch danach kehrte keine Ruhe in der Polizeiführung ein. Ein bekannter Hamburger Strafverteidiger sowie ein Anwalt, der früher als Staatsrat tätig war, reichten Klage wegen Nötigung, Verleumdung und Verfolgung Unschuldiger gegen die Polizei und gegen Alexandra Klein ein. Später kam eine weitere Anzeige hinzu, unterstützt von Kollegen aus dem LKA, die anonym bleiben wollten. Ein Machtkampf hinter den Kulissen wurde so offenbart. Die Vorwürfe wurden durch die Staatsanwaltschaft entkräftet. Auch disziplinarrechtlich ergaben sich keine Konsequenzen. In anderer Sache sah Klein vor Gericht nicht gut aus. Sie soll, so der Vorwurf, als frühere Chefin der SOKO Castle einem Mann 200 Einbrüche vorgeworfen und ihn damit zum Einbrecherkönig von Hamburg stilisiert haben.

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Im Prozess gegen den Mann kam dann heraus, dass er mit mindestens 120 der ihm von Klein vorgeworfenen Einbrüche nichts zu tun haben kann, weil er da gar nicht Deutschland war. Die Richterin sagte damals im Prozess: „Klein hat den Angeklagten wider besseren Wissen beschuldigt“.

Am Ende gab es auf Seiten der Polizei nur Verlierer. Baack wurde zunächst versetzt. Nach einer Zwischenstation im Lagedienst kehrte er der Kriminalpolizei den Rücken und ging zur Schutzpolizei. Die nächste Versetzung in der Polizeiführung trifft nun Alexandra Klein: Wie die „Welt“ berichtet, soll Klein künftig eine Abteilung an der Polizeiakademie leiten. Für manche bei der Polizei gilt eine solche Stelle als Karriere-Sackgasse.

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