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Auf Raser-Jagd wie jetzt in Hamburg setzt die Polizei „Provida“-Wagen ein. Die Fahrzeuge halten jeden Verkehrsverstoß wie auf diesem Bild im Video fest. (Archivbild)
  • Auf Raser-Jagd wie jetzt in Hamburg setzt die Polizei „Provida“-Wagen ein. Die Fahrzeuge halten jeden Verkehrsverstoß wie auf diesem Bild im Video fest. (Archivbild)
  • Foto: Röer

Mit 125 km/h durch Wandsbek, mit Baby an Bord, betrunken: Polizei stoppt irre Raser

Bei einer groß angelegten und mehrtägigen Kontroll-Aktion sind der Polizei mehrere Raser ins Netz gegangen: Viele müssen nun sogar ihren Führerschein abgeben. Doch die Beamten erwischten nicht nur Tempo-Sünder – sie fanden auch verbotene Waffen und gefälschte Ausweise.

Von Donnerstag bis zum vergangenen Samstag waren die Beamten im Stadtgebiet unterwegs. Unterstützt wurden sie von Spezialisten aus Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Auch zwei Richter waren dabei. Das Ziel: unter anderem „die Bekämpfung und Verfolgung von aggressivem Fahrverhalten“, so die Polizei.

Kontrollen in Hamburg: Das sind die Ergebnisse

Mit ihren zivilen Streifenwagen zogen die Beamten insgesamt 105 Fahrzeuge aus dem Verkehr und überprüften 135 Menschen. Drei Fahrer hatten keinen Führerschein, zwei standen unter Alkoholeinfluss, einer war nicht versichert. 54 waren viel zu schnell unterwegs, 43 von ihnen drohen jetzt teils mehrmonatige Fahrverbote. Zudem waren 13 Fahrer nicht angeschnallt, neun hatten ihr Handy am Ohr, vier fuhren bei Rot.

Gleich am ersten Tag fiel den Beamten ein Jeep Cherokee an der Sievekingsallee (Hamm) auf – und zwar „aufgrund der Lautstärke“, so ein Polizeisprecher. Ergebnis der Kontrolle: Die Abgasanlage war illegal manipuliert worden. Dazu wurden in dem SUV ein gefälschter Personalausweis und mehrere Waffen, darunter ein Schlagring, Baseballschläger und ein verbotenes Messer, gefunden. Die Polizisten stellten den Jeep sicher und leiteten mehrere Verfahren ein.

Auf der Wilhelmsburger Reichsstraße (B75) fiel dann zunächst ein 21-Jähriger auf, der mit seinem Mercedes 180 km/h fuhr – erlaubt sind nur 80. Neben zwei Begleitern befand sich in dem Wagen auch ein Säugling. Ebenfalls auf der Reichsstraße überholte laut Polizei ein 51-Jähriger wiederholt von rechts. Zudem war er teils zu schnell. Bei der Kontrolle pustete er einen Atemalkoholwert von 1,41 Promille. Auf der A7 in Höhe Schnelsen fuhr ein 29-Jähriger 210 km/h statt erlaubten 120. Gegen alle Fahrer wurden entsprechende Verfahren eingeleitet.

Auch Fahranfänger gingen den Beamten ins Netz

Auch zwei Fahranfänger stoppte die Polizei: Ein 17-Jähriger war in Begleitung seines Vaters vor und im Elbtunnel mit 110 Stundenkilometern unterwegs – auf der Strecke sind teils nur 60 km/h erlaubt. Ein 18-Jähriger fuhr in Wandsbek mit einem Mercedes CLS 450 125 km/h statt erlaubten 50! Beide Fahrern erwartet eine empfindliche Strafe, zudem müssen sie zur Nachschulung und ihre Probezeit verlängert sich.

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„Aggressive Fahrweise, nicht angepasste Geschwindigkeit und das Unterschreiten des Sicherheitsabstandes im Straßenverkehr sind nach wie vor Hauptunfallursachen auf Hamburgs Straßen“, so der Polizeisprecher.

Nicht selten führten Regelverstöße zu Verkehrsunfällen mit zum Teil erheblichen Verletzungen der Fahrer, aber auch unbeteiligter Menschen. Daher kündigte die Polizei bereits weitere Kontrollen an, „um die Verkehrssicherheit in Hamburg weiter zu erhöhen“. (dg)

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