Am Wahltag hatte sich ein Großaufgebot der Polizei im Bereich der Wohnung von Olaf Scholz aufgestellt.
  • Am Wahltag hatte sich ein Großaufgebot der Polizei im Bereich der Wohnung von Olaf Scholz aufgestellt.
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Höchste Sicherheitsstufe in Altona: So wird Scholz‘ Wohnung jetzt gesichert

Der nächste Kanzler der Bundesrepublik Deutschland wird aller Voraussicht nach Olaf Scholz sein. Einer der mächtigsten Männer des Landes ist Hamburger – zumindest hat er noch immer eine Wohnung in Altona. Die MOPO verrät: So sicher ist das Apartment des ehemaligen Bürgermeisters.

Schon am Sonntag, dem Wahltag, gab es ein Großaufgebot der Polizei in und um die Seitenstraße, in der Scholz wohnt: Streifenwagen, Absperrgitter, Wasserwerfer, Räumpanzer, Beamte an jeder Ecke – ist das jetzt Normalzustand in Altona?

Hamburg: So wird Scholz‘ Wohnung jetzt gesichert

Nein. Die Beamten hatten sich nur größer und breiter aufgestellt, um auf mögliche Aktionen schnell reagieren zu können. Zudem hatte es eine letztlich friedlich abgelaufene Demonstration auf der anderen Straßenseite mit rund 50 Teilnehmern gegeben, das Aufgebot war also nicht allein für die Überwachung der Scholz-Wohnung zuständig.

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Seit seiner Zeit als Bürgermeister wird das Apartment von Olaf Scholz durch die Polizei gesichert, zwei Beamte sitzen Tag und Nacht in einem Häuschen vor dem Mehrfamilienhaus. Das hat sich auch mit der Ernennung Scholz‘ zum Bundesfinanzminister nicht verändert. Eine Sache aber doch: Weil er seitdem Mitglied eines der Verfassungsorgane des Bundes war, schaltete sich auch das Bundeskriminalamt (BKA) für die sogenannte Gefährdungsbewertung ein.

Das ist natürlich streng geheim, Maßnahmen sickern so gut wie nie durch. Eine BKA-Sprecherin auf MOPO-Anfrage: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir zu einzelnen Aspekten und näheren Inhalten der Gefährdungsbewertungen und den getroffenen Maßnahmen keine Auskunft geben können.“


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Es ist Aufgabe des BKA, Wohnungen von Regierungspolitikern umfangreich zu schützen. Bei allem nötigen Ernst erlauben sich die Ermittler aber manchmal auch einen Witz: An der Klingelleiste des Berliner Mehrfamilienhauses, in dem Angela Merkel wohnt, sind die Namen der Nachbarn in folgender Reihenfolge abzulesen: „Lustig – Ganz – Schön – Lustig“: ein kleiner Scherz dort eingemieteter BKA-Beamter, die zur Sicherheit der Kanzlerin im selben Haus wohnen.

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Ob es das auch in Hamburg geben wird? Unklar. Sollte Scholz die Wohnung behalten, werden sich die Maßnahmen an der kleinen Seitenstraße aber wohl nicht drastisch ändern, da Scholz bereits als Finanzminister speziellen BKA-Schutz genoss. Die zwei Beamten im Häuschen vor dem Haus blieben. Möglich, dass Maßnahmen wie bei Merkel dazu kommen. Auch, wenn Scholz gar nicht in seiner Wohnung ist. Schließlich wurde ​​​​​​​auch Helmut Schmidts Haus in Langenhorn während seiner Zeit als Bundeskanzler von Polizeikräften gesichert.

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So oder so – den Rummel sind Scholz‘ Nachbarn gewohnt. Eine Frau sagt: „Die Beamten, die Polizei, die gehören zur Tapete. Die sind da, auch wenn Scholz nicht da ist. Hat alles Vor- und Nachteile. Ist auf jeden Fall besser als Laschet.“

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