Ein Polizist am Tatort in Seevetal-Fleestedt bei Hamburg.
  • Ein Polizist am Tatort in Seevetal-Fleestedt bei Hamburg.
  • Foto: JOTO

Zwei Automaten gesprengt: Auf der Straße lagen Geldscheine – Serientäter am Werk?

In Seevetal/Fleestedt (Landkreis Harburg) und in Dassendorf (Kreis Herzogtum Lauenburg) sind unabhängig voneinander zwei Geldautomaten in Filialen der Sparkasse gesprengt worden – in derselben Nacht. In beiden Fällen flüchteten die Täter unerkannt. Im Zweifel mit sehr viel Geld, wie ein Bank-Insider der MOPO erklärt. Die Polizei prüft Verbindungen zu älteren Fällen.

Winsener Landstraße, Seevetal/Fleestedt bei Hamburg, 2.30 Uhr in der Nacht zu Freitag: Ein ohrenbetäubender Knall kommt aus der Sparkasse. Kurz darauf schrillt die Alarmanlage des Gebäudekomplexes, in dem sich auch ein Rewe-Markt befindet. Der Bankvorraum ist vollkommen zerstört. Geldscheine wirbeln durch die Luft und landen auf dem Parkplatz vor dem Gebäude. Zwei Männer flüchten in einem dunklen Auto.

Seevetal und Dassendorf: Zwei Geldautomaten gesprengt

Polizisten sammeln die Scheine auf, sperren den Tatort ab, später übernimmt die Kripo. Eine Fahndung nach den Tätern, darunter auf der A7, in Seevetal und im Hamburger Stadtteil Harburg, bleibt ergebnislos. Erst vor drei Wochen waren Täter ganz ähnlich im nahegelegenen Ramelsloh vorgegangen. Polizeisprecher Jan Krüger: „Wir prüfen einen Zusammenhang, um Rückschlüsse ziehen zu können. Es ist kein Geheimnis, dass wir bei solchen Taten seit Jahren eine gewisse Art von Organisiertheit sehen.“ Wie viel Beute die Täter in Seevetal gemacht haben, sei noch unklar.

Auch in Dassedorf richteten die Täter mit ihren Sprengungen großen Schaden an.
Auch in Dassendorf richteten die Täter mit ihren Sprengungen großen Schaden an.

August-Siemsen-Straße, Dassendorf, 5 Uhr, in der selben Nacht: Im Serviceraum der Sparkasse gibt es zwei Sprengungen kurz hintereinander. Vermutlich drei Männer sprinten aus dem Gebäude und flüchten in einem schwarzen VW Golf, der den Beamten auf der Anfahrt entgegenkommt. Sie stufen das Fahrzeug als verdächtig ein, schaffen aber nicht, es aufzuhalten. Laut Angaben eines Polizeisprechers sei der Fahrer mit „überhöhter Geschwindigkeit“ in Richtung Kröppelshagen-Fahrendorf unterwegs gewesen. Das Auto trug vermutlich ein Oldesloer Kennzeichen.


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In beiden Fällen sicherte die Feuerwehr die betroffenen Bereiche ab, nahm Messungen und Tests vor, um Gefahren von Sprengstoffresten ausschließen zu können. Die Ermittler aus dem Landkreis Harburg erbitten Hinweise unter Tel. (04181) 2850. Die Polizei aus Schleswig-Holstein bitten Zeugen, zu jeder Dienststelle zu kommen.

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Wie viel Geld die Verbrecher bei solchen Taten machen, darüber geben die Sicherheitsbehörden oft keine Auskunft – aus ermittlungstaktischen Gründen. Ein Bank-Insider verrät der MOPO aber, dass vor allem im Innenstadt-Bereich Automaten rund 100.000 Euro gelagert haben. Im Umland sind es mit etwa 40.000 Euro zwar weniger, aber noch immer eine Menge Geld.

Insider: Banken wollen Geld nicht mehr am Schalter annehmen

„Das Problem ist, dass viele Banken kein Geld mehr an Schaltern annehmen wollen“, sagt der Insider. Das betreffe gerade die Geschäftskunden – Betreiber von Restaurants oder anderen Läden, die ihre Einnahmen einzahlen wollen. „Die Annahme des Geldes am Schalter bindet Personal und kostet Zeit. Zeit, die Banken anders nutzen möchten.“ Daher würden die Unternehmen vermehrt auf Selbstbedienungs-Automaten setzen. „Sie werden in der Regel wöchentlich geleert. Wenn die Täter Glück haben oder wissen, wann der Automat voll ist bzw. wann die nächste Leerung ist, können sie mit viel Geld davonkommen.“

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