Die Hamburger Feuerwehr suchte am Freitagabend auf der Elbe nach dem vermissten 15-Jährigen.
  • Die Hamburger Feuerwehr suchte am Freitagabend auf der Elbe nach dem vermissten 15-Jährigen.
  • Foto: picture alliance/dpa | Jonas Walzberg

Vermisste nach Badeunfällen: So gefährlich ist die Elbe

Heiße Tage in Hamburg – und alle suchen nach Abkühlung: Für die Feuerwehren in Hamburg und im Umland bedeutete das in den vergangenen Tagen etliche Einsätzen mit vermissten Menschen in der Elbe. Denn was viele vergessen: Der Strom ist kein Badegewässer.

„Die Elbe ist eine Hauptverkehrsstraße für die Schifffahrt. Auf der Autobahn würde man ja auch nicht joggen gehen“, sagt der Pressesprecher der Feuerwehr Hamburg Dennis Diekmann im Gespräch mit der MOPO. Im gesamten Hamburger Gebiet gibt es an der Elbe keine offiziellen Badestellen mit Rettungsschwimmern.

Hamburg: Die Elb-Strömungen sind lebensgefährlich

Denn die Strömungsverhältnisse seien einfach zu stark, so Diekmann. Durch den Sog der großen Containerschiffe kann es passieren, dass Badende in die Fahrrinne gezogen werden. „Für die großen Schiffe sind die kleinen Schwimmer dann einfach nicht zu sehen.“

Hinzu kommt, dass das Wasser sehr trüb und der Grund schon nach mehreren Zentimetern nicht mehr sichtbar ist. „Durch die Elbvertiefung haben sich Abbruchkanten gebildet“, sagt Diekmann. Die Elbe wird also plötzlich mehrere Meter tief. Grundsätzlich sollte deshalb darauf verzichtet werden, auch nur knietief ins Wasser zu gehen.

Hamburg: Geübte Schwimmer kommen gegen Flut nicht an

Die Elbe ist ein Tidegewässer und somit Ebbe und Flut ausgesetzt. Beim Einsetzen der Flut beträgt die Strömungsgeschwindigkeit rund 4,5 Kilometer pro Stunde. Ein geübter Schwimmer schafft hingegen nur rund drei Kilometer pro Stunde, heißt es auf der offiziellen Webseite der Stadt.

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Allein in den vergangenen drei Tagen mussten die Feuerwehren in Hamburg und im Umland mehrfach ausrücken. Am Freitagabend ging ein 15-Jähriger nahe dem Falkensteiner Ufer in Blankenese unter. Die Suchaktionen wurden erfolglos eingestellt.

Auch in Hamburg: Mehrere vermisste in der Elbe

In Kollmar im Kreis Steinburg ging ein kleines Kind am Samstagabend in der Elbe baden und konnte dem Sog der Strömung nicht standhalten. Drei Erwachsene gingen ins Wasser, um das Kind zu retten, einer von ihnen ist nach derzeitigem Stand noch verschwunden. Damit werden in der Elbe derzeit drei Menschen vermisst, zwei von ihnen sind minderjährig, so das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

Am Wochenende kam es zusätzlich zu mehreren Einsätzen der Feuerwehr Hamburg, weil Schwimmer als vermisst gemeldet wurden. „Diese konnten sich aber selbst ans Ufer retten und die Situation löste sich auf“, sagt Diekmann. Leider sei das aber nicht immer der Fall.

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