Zoll
  • Zollkontrolle eines Containers. (Symbolbild)
  • Foto: dpa

Chats ausgewertet: Kokain nach Hamburg geschmuggelt – Mann verhaftet

Ermittler des Hamburger Zollfahndungsamtes haben einen 37 Jahre alten Mann verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, große Mengen Kokain nach Hamburg geschmuggelt zu haben. Zusammen mit drei anderen Männern soll er unter anderem versucht haben, knapp 80 Kilo Koks über Teneriffa (Spanien) nach Deutschland zu schiffen.

Diese 80 Kilo Kokain waren Anfang 2021 in Spanien sichergestellt worden. „Die Drogen können nun dem Beschuldigten zugeordnet werden“, sagte Zoll-Sprecher Stephan Meyns. Seine Kollegen verhafteten den 37-Jährigen – mit der Unterstützung einer Observationseinheit der Hamburger Polizei – am Dienstagnachmittag in Rotherbaum. Er kam in U-Haft.

Kiloweise Kokain nach Hamburg geschmuggelt – Mann verhaftet

Einen Tag später durchsuchten Zöllner dann drei Wohnungen, die der 37-Jährige unterhalten soll, zwei in Hamburg, eine in Reinbek. Auch die Arbeitsplätze des 37-Jährigen und der drei weiteren Verdächtigen im Hamburger Hafen, über den die Beschuldigten das Kokain in die Stadt gebracht haben sollen, wurden gefilzt. Dabei soll laut Zoll „umfangreiches Beweismaterial“ sichergestellt worden sein.


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Auf die Spur der Gruppe sollen die Ermittler durch die Auswertung von Chat-Nachrichten über die Encrochat-App gekommen sein. Encrochat ist ein inzwischen geschlossenes Netzwerk, das vor allem von Kriminellen genutzt wurde, sozusagen ein Instant-Messaging-Dienst für Kriminelle. Weil sich die Verdächtigen im Umgang mit den verschlüsselten Mobiltelefonen-Daten völlig sicher fühlten, sprachen sie offen über ihre Geschäfte, den Umgang mit Konkurrenten und Drogenlieferungen und verzichteten auf Codewörter. Die Chat-Nachrichten der jetzt im Fokus stehenden Gruppe in Hamburg stammen aus Ermittlungserfolgen der französischen Polizei, die 2020 den Server der Firma infiltrierte.

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„Unser Ziel ist die Ermittlung und Zerschlagung von Schmuggelorganisationen und -strukturen, also die Bekämpfung der grenzüberschreitenden schweren und Organisierten Kriminalität“, erklärt Meyns. „Der aktuelle Einsatz zeigt die Schlagkraft des Zolls bei der Bekämpfung des Kokainschmuggels.“ (dg)

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