Corona-Demo
  • Corona-Demo am Samstag in Hamburg: Insgesamt waren 11.500 Teilnehmer dort.
  • Foto: dpa

90-Jährige bei Corona-Demo umgeschubst: Oberschenkel gebrochen

Am Rande der Corona-Demo am Samstag in der Hamburger Innenstadt, bei der laut Polizei-Angaben mehr als 11.500 Menschen gegen die Pandemie-Maßnahmen der Bundesregierung protestiert haben, ist es zu einer Auseinandersetzung gekommen, bei der eine 90-Jährige umgeschubst und schwer verletzt wurde.

Im Bereich des Jungfernstiegs sollen mehrere Gegendemonstranten, offenbar Menschen aus der linken Szene, von außen auf die Teilnehmer des Corona-Aufzuges „eingewirkt“ haben, wie die Polizei mitteilte: Dabei soll mindestens eine Flasche geworfen worden sein, vorher sei zunächst nur skandiert worden. Dann kam es zur Schlägerei.

Bei Corona-Demo in Hamburg: 90-Jährige umgeschubst

Als die Polizei dazwischen ging, flüchteten etwa 20 Beteiligte, die aus der Gegendemonstranten-Gruppe stammen sollen. Dabei wurde die unbeteiligte 90-Jährige umgerannt. Sanitäter der Feuerwehr versorgten sie und brachten die Frau anschließend in ein Krankenhaus. Wie die MOPO erfuhr, erlitt die Rentnerin einen Oberschenkelhalsbruch.


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Für ältere Menschen können Brüche dieser Art gefährlich sein und mitunter tödliche Folgen haben: Weil sie von jetzt auf gleich bettlägerig werden, muss die Medikamentenzufuhr erhöht werden, sie können sich kaum mehr bewegen und haben mit den Folgen der Operation zu kämpfen, bei der schwere Komplikationen auftreten können. Die Genesung ist sehr langwierig, der Muskelabbau wird durch die fehlende Bewegung stark beschleunigt und führt zu einer generellen Schwächung des gesamten Körpers.

Durch die Erschütterung der Knochen während des Sturzes kann sich in einigen Fällen auch Knochenmark lösen und so arterielle Gefäßverschlüsse begünstigen, weil eben jene Knochenmarkfragmente in die Blutbahn gelangen. Das kann dann im schlimmsten Fall eine häufig tödliche Embolie zur Folge haben.

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Die Hamburger Polizei nahm noch am Samstagabend zwei Männer fest, die an der Schlägerei beteiligt gewesen sein sollen, vier weitere wurden überprüft. Es konnte aber nicht eindeutig geklärt werden, ob einer von ihnen der war, der die Rentnerin geschubst hatte. Ein Polizeisprecher bestätigte der MOPO die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. „Die Ermittlungen diesbezüglich dauern noch weiter an.“

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