Ehrenamtliche Helfer „bändseln“ das Klüvernetz der Viermasterbark Peking per Hand
  • Ehrenamtliche Helfer „bändseln“ das Klüvernetz der Viermasterbark Peking per Hand.
  • Foto: dpa | Jonas Walzberg

Hier knüpfen Hamburger ein Klüvernetz wie vor 110 Jahren

Vor mehr als einem Jahr kehrte die „Peking“ nach Hamburg zurück – nun bekommt die historische Viermastbark ein neues Klüvernetz. Das Netz soll im Frühjahr unter dem Bugspriet – also der Segelstange, die das Schiff nach vorne verlängert – montiert werden, sagt Laura Lühnenschloß, stellvertretende technische Leiterin auf der „Peking“. Zusammen mit zahlreichen Ehrenamtlichen fertigt sie das Netz an sechs Wochenenden von Oktober bis Dezember an.

Lühnenschloß zufolge verhinderten solche Netze früher, dass die Matrosen beim Setzen der Bugsegel ins Wasser fielen. „Wir wollen möglichst vielen Menschen diese alte Technik vermitteln. Es handelt sich um ein immaterielles Kulturerbe“, erläutert die Taklerin. An den Workshops nehmen insgesamt 60 Helfer teil.

Klüvernet für die „Peking“ entsteht in Handarbeit

Das Klüvernetz entsteht dabei komplett in Handarbeit: Zuerst wird ein Rahmen aus Holz gebaut, in dem die Helfer das Tau für das Netz nach und nach in Rauten aufspannen. Alle Stellen, an denen das Tau über Kreuz liegt, werden anschließend „zusammengebändselt“, also mit einem dünnen und geteerten Garn fixiert.


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Das sei die aufwendigste Methode, aber historisch korrekt, erklärt Lühnenschloß. Da es keine Aufzeichnungen mehr über die Machart des originalen Netzes gebe, seien unter anderem Fotos ausgewertet worden. Das dreieckige Klüvernetz soll letztlich zwölfeinhalb Meter lang und bis zu sechs Meter breit sein. Insgesamt werden rund 880 Meter Tau und etwa 4500 Meter Takelgarn benötigt.

Maroder Viermaster wurde 2017 nach Deutschland geholt

Der Viermaster „Peking“ wurde im Jahr 1911 bei Blohm+Voss gebaut. Sie gehört zu den legendären „Flying P-Linern“ der Reederei F. Laeisz, die für ihre Geschwindigkeit und ihre Sicherheit berühmt waren. 2017 wurde das marode Schiff aus New York nach Deutschland geholt, wo es in Wewelsfleth in Schleswig-Holstein aufwendig restauriert wurde.

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Nach 88 Jahren war die „Peking“ am 7. September 2020 nach Hamburg zurückgekehrt. Hunderte Schiffe und Tausende Zuschauer hatten dabei „De Hamborger Veermaster“ begrüßt. Neben der „Peking“ gibt es nur noch drei Schiffe dieser Art auf der Welt. (mp/dpa)

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