Diverse Fahrräder am Bahnhof Altona sind voll mit Taubenkot.
  • Diverse Fahrräder am Bahnhof Altona sind voll mit Taubenkot.
  • Foto: Florian Quandt

Ekel-Bahnhof Altona: Darum ist es immer noch so schlimm – und das wird jetzt getan

Im Sommer berichtete die MOPO über desolate Hygienezustände im und am Hamburger Bahnhof Altona. Die schlimmen Zustände waren da schon lange bekannt, aber trotz politischer Bemühungen scheint sich die Lage dort einfach nicht zu ändern. Woran liegt das? Eine Bürgerinitiative schlägt weiter Alarm.

Im Dezember 2020 hatte zum ersten Mal der „Runde Tisch“ getagt, ein Bund aus Vertretern des Bezirksamtes, der Polizei, der Stadtreinigung, der Bezirkspolitik und der Deutschen Bahn, um über Maßnahmen zu beraten. Am vergangenen Montag tagte der „Runde Tisch“ zum sechsten Mal. Was hat sich seit verändert?

Ekel-Bahnhof Altona in Hamburg: Darum ist es immer noch so schlimm

„Nichts. Es ist weiterhin zum Heulen“, so ein Sprecher der „Prellbock“-Initiative, die für den Erhalt des Bahnhofes kämpft. „Fahrräder sind vollgeschissen, überall klebt und liegt Taubenkot, es riecht übel nach Urin und Fäkalien.“

Fäkalien an den Wanden, die zum Parkhaus führen.
Fäkalien an den Wanden, die zum Parkhaus führen

Die Beschreibung ist nicht übertrieben: Tatsächlich ist es vielerorts am Bahnhof Altona sehr dreckig – „MediaMarkt“ hatte sogar die Zusammenarbeit mit dem Parkhausbetreiber beendet, weil auch das Parkhaus übermäßig verdreckt war und ist. Der Betreiber hatte damals auf MOPO-Nachfrage die Zustände damit erklärt, dass Obdachlose dort ihre Lager aufgeschlagen hätten und gesagt, dass dies ein Problem sei, „mit dem wir alleine gelassen werden“. Eine 24-Stunden-Bewachung sei nötig, auch eine Einhausung denkbar. Auf eine aktuelle Anfrage erhielt die MOPO keine Antwort mehr.

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Für das Bahnhofsinnere ist die Deutsche Bahn zuständig. Für die waren die Zustände in Altona schon damals nicht desolat. Und das seien sie auch heute nicht, wie eine Sprecherin sagt: „Alle Bereiche werden ordentlich gesäubert, und zwar täglich. Die Situation vor Ort bewerten wir als gut.“ Auf das Problem mit dem Tauben-Kot angesprochen, weist die Bahn darauf hin, dass das nicht nur am Bahnhof Altona ein Thema sei. „Die Taubenabwehr beginnt und endet auch nicht an den Eigentumsgrenzen der Deutschen Bahn.“ Man stimme sich eng mit der Stadt und mit Initiativen ab, und ergreife auch Maßnahmen zur tierschutzgerechten Abwehr, wie der Installation von Spanndrahtsystemen und Spikes.


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Laut Angaben des Bezirksamtes Altona läuft derzeit eine Studie zu Tauben-Vergrämungsanlagen. Sobald Ergebnisse da sind, soll neu entschieden werden, wie mit den Tauben umzugehen ist. „In dem Zusammenhang ist außerdem relevant, dass die Tiere von Menschen gefüttert werden, obwohl das nicht gestattet ist“, so ein Sprecher zur MOPO. „Die Möglichkeit, Bußgelder zu verhängen, greift jedoch oft zu kurz, weil jene Menschen oftmals nicht über die finanziellen Mittel verfügen, die Bußgelder zu zahlen.“ Zu den mit Kot übersäten Fahrrädern führt der Sprecher aus, dass eine bauliche Veränderung in Bezug auf die Fahrradbügel angestrebt wird. „Durch ein Versetzen der Radbügel soll eine Verunreinigung unterbunden werden.“

Etliche Tauben leben im Bahnhof Altona. Ihre Fäkalien sind überall.
Etliche Tauben leben im Bahnhof Altona. Ihre Fäkalien sind überall.

Als einen „Meilenstein“ bezeichnet das Bezirksamt die Einrichtung einer neuen öffentlichen und kostenfreien Toilette, deren Bau Ende des Jahres beginnen soll. Damit habe man eine „langfristige Lösung“ gefunden. Der Sprecher: „Wir sind zuversichtlich, dass die Toilette immens zur Verbesserung der Gesamtsituation beitragen wird.“

Initiative: Es muss mehr Geld investiert werden

Auch die Stadtreinigung, die nach eigenen Angaben den Bahnhofsplatz täglich mit verschiedenen Mitteln säubert, darunter Nassreinigungen mit Hochdruckreinigungsfahrzeugen und zusätzliche Kontrollfahrten durchführt, sieht das Potenzial der neuen Toilette. „An der Zuständigkeit für die Reinigung des Bahnhofs Altona hat sich aber nichts geändert, diese liegt weiter bei der Deutschen Bahn“, so ein Sprecher. „Aber aus unserer Sicht ist das Gesamtbild um den Bahnhof herum schon viel besser als noch in der Vergangenheit.“ Die Initiative „Prellbock“ sieht das anders: „Der ,Runde Tisch‘ braucht mehr Kompetenzen. Es muss mehr Geld zur Verbesserung der Lage investiert werden.“

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