Dies Irae Pimmelgate Andy Grote
  • Die Künstlergruppe „Dies Irae“ greift das „Pimmelgate“ mit satirischen Werbeplakaten in Hamburg auf.
  • Foto: Dies Irae

„Pimmelgate“ geht mit Guerilla-Plakaten in die nächste Runde

„Pimmelgate“ ist vorbei? Von wegen! Hamburgs Polizei und die Rote Flora haben ihren Plakate-Streit zwar beim Stand von 3:2 für die Flora beendet. Eine Künstlergruppe läutet jetzt allerdings eine neue Runde ein – mit satirischen Plakaten, die an Bahnhöfen in der Stadt verteilt sind.

Seit Mittwoch sticht an einigen Plätzen in Hamburg ein besonderes Werbeplakat ins Auge: Auf den ersten Blick sieht es aus wie Werbung für die neue Ausgabe des traditionsreichen Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Wer mehr als einen flüchtigen Blick aufwendet, sieht, dass das Heft „Der Pimmel“ heißt.

„Pimmelgate“: Künstlergruppe veralbert Andy Grote

Prominent abgebildet auf dem Cover ist Innensenator Andy Grote (SPD). Spätestens mit der Titelzeile ist dann klar, was die Botschaft ist: „Mensch Andy, sei doch nicht so steif!“, lautet diese. Es geht erneut um Kritik an der Hausdurchsuchung, die nach dem an Grote gerichteten Tweet „Du bist so 1 Pimmel“ veranlasst worden war. Zu sehen sind die Plakate unter anderem am Hauptbahnhof oder am S-Bahnhof Veddel.


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Hinter der Guerilla-Werbeaktion steckt die Gruppe „Dies Irae“ (deutsch: „Tage des Zorns“). „Innensenator Andy Grote setzt seine Polizeibeamten darauf an, Kritik an seiner eigenen Person mit unverhältnismäßigen Strafverfolgungsmaßnahmen abzuwenden“, sagt Tobias, Sprecher der Gruppe. Er hoffe, dass sich „Opfer von krassen Beleidigungen und Morddrohungen nicht mehr von der Polizei mit einem ‚Da können wir leider nichts machen‘ abwimmeln lassen.“

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Nach eigener Aussage öffnete „Dies Irae“ die Werbekästen mit einem Steckschlüssel und hängte die „nicht autorisierten Plakate“ auf. Nun fungieren die Grote-Plakate als vorübergehender Ersatz für Zigarettenwerbung. Sachschaden sei bei der Aktion nicht entstanden. Auch die eigentlichen Plakate habe die Gruppe nicht aus den Werbekästen entwendet.

Und wie kam die Aktion bei den betroffenen Werbeunternehmen an? „Wir haben diese Aktion auf Social Media frühzeitig wahrgenommen und entsprechend direkt Kontrollen unserer Flächen eingeleitet“, erklärte eine WallDecaux-Sprecherin auf MOPO-Nachfrage. Das sei das übliche Vorgehen bei sogenannten Adbusting-Aktionen.

Entdeckt worden seien zwei gekaperte Werbeboxen in der Sternschanze. Diese habe WallDecaux dann entfernen lassen. Weitere Kontrollen im Stadtgebiet plane das Unternehmen dennoch.

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