• Die Flüchtlingsunterkunft am Björnsonweg nach der Fertigstellung.
  • Foto: Schimkus

Passus macht es möglich: Asyldorf wird platt gemacht – aber nicht für neue Bäume

Die Flüchtlingsunterkunft am Björnsonweg in Blankenese soll nun doch abgerissen werden, so, wie es die Vereinbarung mit den Anwohnern vorsieht. Allerdings soll das Gelände nicht wie angekündigt aufgeforstet werden, sondern am Waldrand sollen Sozialwohnungen für besonders bedürftige Wohnungssuchende gebaut werden – so der Plan der Bezirkspolitik.

Bis zu 3.500 Quadratmeter Wohnraum könnte auf dem Gelände am Ende des Björnsonweges entstehen, dringend benötigte Sozialwohnungen, die das Wohnungsamt an Flüchtlingsfamilien mit Bleiberecht und an Obdachlose vermitteln könnte – also an Gruppen, die auf dem regulären Hamburger Wohnungsmarkt kaum eine Chance auf einen Mietvertrag haben.

Der Antrag wird von Grünen, SPD und CDU in Altona getragen und soll im Planungsausschuss beraten werden.

Blankenese: Asyldorf soll Platz machen für Sozialwohnungen

Altonas Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg (Grüne): „In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass die Unterbringung geflüchteter Menschen am Björnsonweg mit einem Klima der guten Integration verbunden war. Familien, die dort leben, sind gut aufgenommen worden.“

Dem Bau der zweigeschossigen Pavillons war 2016 ein juristisches Tauziehen mit einigen Anwohner vorausgegangen. Als die Nachbarn die nötigen Baumfällungen mit ihren Autos blockierten, schaffte es der noble Elbvorort sogar bis in die bundesweiten Schlagzeilen. Die reichen Blankeneser wollen keine Flüchtlinge vor ihrer Haustür, so der bittere Tenor.

Abriss in Hamburg: Asyldorf wird platt gemacht – aber nicht für neue Bäume

Damals schloss die Stadt mit den Klägern einen Vergleich: Die Unterkunft für 192 Menschen darf gebaut werden, aber sie muss nach sieben Jahren abgerissen werden und die Fläche am Waldrand muss aufgeforstet werden.

Im vergangenen Jahr sorgte das Bezirksamt für Unmut, als es ankündigte, die Pavillons würden nicht abgerissen, weil man de Standort so dringend für Flüchtlingsfamilien bräuchte. Schnell war von Wortbruch die Rede, es wurden Klage angedroht.

Abriss möglich, durch Passus im Vertrag

Nun die Kehrwende: Abriss, um das Gelände dauerhaft in ein Wohngebiet umzuwandeln. Möglich wird das durch einen Passus im Vertrag: Die Verpflichtung zur Aufforstung entfalle, „wenn die Stadt gegenläufige bauleitplanerische Festsetzungen trifft“. Der Wald würde dann anderswo angelegt.

Stefanie von Berg: „Entschieden ist noch nichts, es ist nun Sache der Bezirksversammlung und des Bezirksamtes, Nutzungsvarianten eingehend zu prüfen und einen Bebauungsplan zu erstellen.“

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